Was fehlt …: … das Veggie-Vokabular
Sie heißen „vegetarisches Würstchen“, „Cashew-Käse“ und „Veggie-Burger“, die oft soja-basierten Nachbildungen von beliebten Fleischprodukten haben einmal mehr für Aufregung gesorgt – diesmal in Frankreich. Und auch dort geht es um die Wurst, äh, beziehungsweise um die Bezeichnung derselben.
Mitglieder des französischen Parlaments haben kürzlich beschlossen: Was nichts mit tierischen Produkten zu tun hat, darf auch nicht namentlich mit ihnen assoziiert werden. Dias würde die Konsument*innen nur verwirren. Firmen, die sich nicht an diese neue Regel halten, müssen mit Strafen von bis zu 300.000 Euro rechnen.
Das mag in Deutschland so manchem bekannt vorkommen. 2016 machte der damalige Bundesagrarminister Christian Schmidt einen ähnlichen Vorstoß, mit den selben Argumenten. Eine Wurst ist eine Wurst, eine vegetarische Wurst ein Paradoxon, urteilte Schmidt. Weit kam er damit nicht.
Ein Jahr später urteilte der Europäische Gerichtshof jedoch zumindest teilweise im Sinne von Schmidt: Soja-Milch könne nicht länger so heißen, da Milch „normale Eutersekretion“ von Tieren enthalten müsse. Die Frage bleibt also, ob sich beizeiten ein Veggie-Vokabular etabliert. Umgekehrt könnte Kuhmilch auf der Verpackung aber auch mit dem Untertitel „normale Eutersekretion“ versehen werden. Um Klarheit zu schaffen. (taz/jk)
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