vor der flut: Wann, wo, wie hoch, weiß keiner
Sicher ist nur, dass im Lauf dieser Woche das Hochwasser der Elbe Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg erreichen wird. Wann es wo wie hoch eintreffen wird, ist dennoch weitgehend unklar. Auch gestern häuften sich widersprüchliche Angaben, die zum Teil stündlich widerrufen oder korrigiert wurden. Die Lage im vorläufigen Überblick:
Die erste Welle soll bereits heute das Wendland bei Schnackenburg erreichen, sagte das niedersächsische Umweltministerium voraus. Am Mittwoch dürfte sie bis Lauenburg vorgedrungen sein. Die als besonders kritisch geltende zweite Welle wird für Donnerstag in Schnackenburg erwartet.
Als besonders gefährdet gelten die Stadt Hitzacker, die Orte Dömitz und Neuhaus, die Werft-Stadt Boizenburg und Lauen
burg. Experten haben die Prognosen mehrfach nach oben korrigiert. Für Lauenburg wird jetzt ein Pegel von über neun Metern (mehr als vier Meter über Normal) befürchtet. In den Landkreisen Herzogtum Lauenburg, Lüchow-Dannenberg und Lüneburg wurde bereits gestern Nachmittag Katastrophenalarm ausgelöst.
Übers Wochenende wurde der marode Deich Lauenburgs von Hilfsorganisationen und Anwohnern notdürftig gesichert. Eine 2,2 Kilometer lange und 14 Meter breite Schutzfolie wurde angebracht und mit etwa 220.000 Sandsäcken beschwert. Die Folie soll verhindern, dass das Hochwasser durchsickert. Der Deich schützt ein Gewerbegebiet mit einem Chemiewerk. Experten erwarten, dass die historische Altstadt durch die Flutwelle dennoch bis zu einem Meter hoch überschwemmt werden wird.
Das Atommülllager Gorleben im Wendland und das Atomkraftwerk Krümmel bei Geesthacht sind angeblich nicht gefährdet. Beide liegen knapp zehn Meter über dem Normalpegel der Elbe.
Die tiefgelegenen Teile der Stadt Geesthacht gelten ebenfalls als gefährdet. Unklar ist weiterhin, ob das Hochwasser am Geesthachter Stauwerk reguliert werden kann. Ein Rückstau wäre gut für die Vier- und Marschlande – und umso schlechter für Lauenburg und Geesthacht. SMV
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