: Waigel springt DSU bei
München (ap/taz) - Der CSU-Vorsitzende Theo Waigel bangt um die DSU. Im 'Bayernkurier‘ warnte der Oberbayer die CDU in West und Ost vor einer Vereinnahmung der desolaten CSU -Schwesterpartei. Ein „Aushebeln“ oder Aufgehen des gebeutelten CSU-Ablegers in der CDU wäre „mehr als kurzsichtig und würde nur die Geschäfte des politischen Gegners wahrnehmen“, schrieb Waigel.
Die aus der DSU ausgetretenen DDR-Minister Peter-Michael Diestel und Hans-Wilhelm Ebeling wollen offenbar beide zu den Christdemokraten wechseln. Unterdessen gab auch noch der DSU-Landesvorsitzende in Brandenburg, Dirk Weßlau, seinen Austritt aus der Partei bekannt. Er begründete seinen Schritt am Mittwoch mit „dem Rechtsruck nach dem Leipziger Parteitag“ und „organisatorischem Chaos“. Auch Weßlau will sich der CDU anschließen.
Waigel ermahnte den DDR-Ministerpräsidenten Lothar de Maiziere, auch künftig auf einen „sorgsamen Umgang“ mit dem Koalitionspartner DSU zu achten. Auch in Bonn werde die CSU „sehr sorgfältig darüber wachen, wie mit unserer Schwesterpartei DSU umgegangen wird“, schrieb Waigel. Nach wie vor brauche die DDR „eine schlagkräftige, eigenständige und von der Vergangenheit unbelastete“ Partei. Das könne nur die Deutsche Soziale Union, eine „demokratisch untadelige Partei“, sein.
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