wortklauberei: Wahlprogrammdurchforstungstool
Das Wort „Islam“ ist neunmal häufiger als der Begriff „Christentum“ im Wahlprogramm der AfD vertreten, die CDU schreibt als einzige Partei von Gendersprache. Die Grünen benutzen am häufigsten den Begriff „Wirtschaft“, die FDP am seltensten.
All das ist schnell zu erfassen durch das Tool einer Informatikerin. Auf der Website von Luzie Ahrens können einzelne Schlagworte eingegeben werden, um herauszufinden, wie oft der Begriff in den Wahlprogrammen der Parteien vorkommt. Dabei werden all die Parteien mit einbezogen, die eine realistische Chance haben, in den Bundestag einzuziehen.
Beispielsweise hat die AfD das alleinige Monopol auf „Remigration“. Union und AfD sind alleine, wenn es um „Abschiebung“ oder die Verwendung des Begriffs „Linksextremismus“ geht. Die Linke ist beim Thema Miete und Mietendeckel ganz vorn, SPD und die Grünen machen mit Abstand am meisten auf das Thema Diskriminierung aufmerksam.
Die Aussagekraft der Ergebnisse ist begrenzt. Aus der Schlagwortsuche geht nicht hervor, in welchem Zusammenhang die Wörter benutzt werden. Auch ist es schwierig, aus der bloßen Häufigkeit die politischen Forderungen abzulesen. (haa)
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen