Wärmepunkte schaffen: Auf einen warmen Tee
Beim Netzwerk der Wärme machen 330 Cafés, Bibliotheken und Kultureinrichtungen mit. Hier bekommen alle Berliner:innen Beratung und Hilfe.

Einer dieser Orte ist das Kreuzberger Stadtteilzentrum Familiengarten, wo Sozialsenatorin Katja Kipping am Mittwochmorgen über den Stand zum „Netzwerk der Wärme“ informierte. Die Hauptaussage: Es läuft gut.
„Es war klar, es geht in einen kalten Winter, es geht um Energiekosten, und wir brauchen Orte, wo es etwas Warmes zu trinken, aber auch menschliche Beratung gibt“, so Kipping. Inzwischen gäbe es 330 dieser Wärmepunkte und „es soll noch mehr geben“.
Im „Familiengarten“ etwa wird in fünf Sprachen beraten, es finden offene Treffs statt oder Workshops für die Menschen aus dem Kiez. „Es kommen wegen unserer interkulturellen Besetzung auch Leute aus anderen Stadtteilen“, berichtet Leiterin Neriman Kurt.
Längere Öffnungszeiten, mehr Beratung
Die Orte, die Teil des Netzwerks der Wärme sind, mussten nicht neu geschaffen werden. Denn Stadtteilzentren gab es bereits, bevor das Projekt im November 2022 starte, natürlich auch Bibliotheken, Cafés, Kultureinrichtungen und Einrichtungen für Wohnungslose.
Doch durch die Förderung erhalten sie eine zusätzliche Finanzierung. „Wir können mehr beraten, die Stunden der Honorarkräfte konnten aufgestockt und die Öffnungszeiten verlängert werden“, sagt Kurt.
Für das Projekt wurden im Nachtragshaushalt des Landes 25,8 Millionen Euro bereitgestellt. Laut Oliver Nöll, Stadtrat für Arbeit, Bürgerdienste und Soziales in Friedrichshain-Kreuzberg, seien allein in seinem Bezirk 34 Projektanträge bewilligt und insgesamt mit 806.000 Euro gefördert worden. Ein besonderer Fokus läge dabei auf den Bereichen Kultur, Jugend, Soziales, Partizipation und Integration.
Ein Netzwerk für gemeinsamen Austausch
Die Projekte und Beratungsangebote würden gut angenommen, berichtet Kurt, und momentan immer extensiver genutzt: „Die Situation wurde durch den Krieg und die Pandemie verschärft.“ Auch einige Betroffene des Erdbebens in Syrien und der Türkei seien in das Zentrum gekommen, für ein Gespräch, für Austausch und gemeinsame Trauer.
Das Netzwerk der Wärme hat die im Namen enthaltene Vernetzung umgesetzt, indem es für alle teilnehmenden Einrichtungen eine „Signal“-Gruppe und Treffen der Projektverantwortlichen gibt. Alle 330 Orte finden sich auf der gemeinsamen Webseite netzwerkderwaerme.de in einer interaktiven Karte.
Mit reinem Gewissen wissen
Auf taz.de finden Sie eine unabhängige, progressive Stimme. Frei zugänglich, ermöglicht von unserer Community. Alle Informationen auf unserer Webseite sind kostenlos verfügbar. Wer es sich aber leisten kann, darf – ganz im Zeichen des heutigen "Tags des guten Gewissens" – einen kleinen Beitrag leisten. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass guter, kritischer Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen
meistkommentiert
Koalitionsverhandlungen
Der SPD scheint zu dämmern: Sie ist auf Merz reingefallen
Parkinson durch Pestizide
Bauernverband gegen mehr Hilfe für erkrankte Bauern
Iranische Aktivistin über Asyl
„Das Bamf interessiert wirklich nur, ob du stirbst“
Von Frankreich lernen
Wie man Rechtsextreme stoppt
Anlegen nach dem Crash
Ruhe bewahren oder umschichten
Verkehrsminister wollen Kostensenkung
Luxusgut Führerschein