piwik no script img

Vorsicht, Ausländer im Juwelierladen

■ Spaniens Polizei warnt vor Überfällen und Südamerikanern

Madrid (dpa) – Die spanische Polizei weiß Bescheid: Schmuckgeschäfte werden von Kolumbianern oder Chilenen ausgeraubt. Deswegen hat sie jetzt in einem Schreiben an Juwelierläden empfohlen, wegen der zunehmenden Zahl von Überfällen „insbesondere auf Südamerikaner“ Acht zu geben: „Diese sollten, wenn immer möglich, nicht kurz vor der Mittagspause oder vor Ende der Geschäftszeit hereingelassen werden“, heißt es nach Presseberichten in dem Papier. Ein anderer Rat laute: „Beobachten Sie, ob in Ihrer Nachbarschaft Menschen südamerikanischer Herkunft ohne bekannte Beschäftigung einziehen, und melden Sie dies der Polizei.“

Bürgerinitiativen sowie die sozialistische und kommunistische Opposition verurteilten das Papier als rassistisch und verfassungswidrig und verlangten eine Erklärung von Innenminister Jaime Mayor Oreja vor dem Parlament. Die Polizei wies die Kritik zurück. Es handele sich um ein internes Dokument an die Juweliere. Die Polizeiführung habe inzwischen angeordnet, die entsprechenden Passagen zu streichen.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen