Vorfall in der Normandie: Autofahrer fährt in Caen in Menschenmenge
Im französischen Caen hat am Mittwochabend ein Mann mit seinem Pkw mindestens einen Menschen getötet und zehn verletzt. Die Polizei schließt einen Terrorangriff aus.
Foto: Matthieu Clavel/afp/dpa
afp/dpa | In Caen im Nordwesten Frankreichs ist ein Mann mit einem Auto in eine Menschenmenge gerast und hat dabei mindestens einen Menschen getötet und zehn weitere verletzt. Wie die Behörden mitteilten, wurden bei dem Vorfall am Mittwochabend sieben Menschen schwer und drei Menschen leicht verletzt. Die Staatsanwaltschaft geht nicht von einem terroristischen Hintergrund aus.
Wie aus Polizeikreisen verlautete, hatte der Mann sein Auto gegen 22.15 Uhr nach einer Auseinandersetzung in eine Menschenmenge vor dem Bahnhof der Stadt gesteuert. Der Präfekt des Départements Calvados, David Clavière, sagte, der Mann habe die Fußgänger „absichtlich“ überfahren.
Der Tatverdächtige wurde nach Polizeiangaben festgenommen. Der 26-Jährige war zunächst geflüchtet, konnte aber in der Ortschaft Ouistreham rund 20 Kilometer von Caen entfernt gefasst werden.
Der in Russland geborene Verdächtige sei der französischen Polizei bekannt, aber „ausschließlich wegen Verkehrsdelikten“, sagte der Präfekt. Den französischen Geheimdiensten sei er nicht bekannt gewesen. Gegen den Mann wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, die Ermittler werten unter anderem die Aufnahmen von Überwachungskameras aus.
Kein Terrormotiv
Bei dem Toten handelt es sich nach Angaben von Augenzeugen um einen jungen Afghanen im Alter von 18 oder 19 Jahren. Auch alle Verletzten sind ersten Erkenntnissen zufolge Männer, wie Caens Sicherheitsbeauftragter Bruno Coutanceau sagte. Der jüngste ist demnach 17 Jahre alt.
Die Behörden werten die tödliche Fahrt eines Autofahrers in eine Menschenmenge in der nordfranzösischen Stadt Caen bislang nicht als Terrorakt. „Zum jetzigen Zeitpunkt gehen wir nicht von einem terroristischen Motiv aus, aber die Ermittlungen haben gerade erst begonnen“, sagte der stellvertretende Staatsanwalt von Caen, Philippe Leonardo, in der Nacht auf Donnerstag vor Journalisten.
Der mutmaßliche Fahrer befinde sich in Gewahrsam, teilte der Präfekt des Départements Calvados, David Clavière, mit.
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen
meistkommentiert