Vorbild Schülerproteste in Chile: Proteste schwappen nach Brasilien
Auch in Brasilien gehen die Studenten jetzt auf die Straße und fordern mehr Geld für Bildung. In Chile haben Schüler und Studenten für zwei Stunden das Erziehungsministerium besetzt.
SANTIAGO DE CHILE/BRASÍLIA dpa/afp | In Chile haben Studenten und Schüler am Mittwoch vorübergehend das Erziehungsministerium besetzt. Die rund 40 Jugendlichen forderten den Rücktritt von Innenminister Rodrigo Hinzpeter. In Brasilia gingen rund 2500 Studenten auf die Straße und forderten höhere Ausgaben für Bildung.
Hintergrund ist der Tod eines 16-Jährigen, der bei Studentenprotesten am vergangenen Freitag vermutlich von einer Polizeikugel getroffen worden war. Die Studenten brachen nach Angaben des Ministeriums Türen auf und schlugen Fensterscheiben ein. Nach zwei Stunden hätten sie sich wieder zurückgezogen.
Zugleich scheiterte am Mittwoch die Opposition im Parlament mit dem Versuch, Hinzpeter wegen der Polizeieinsätze gegen Demonstranten in den vergangenen Wochen zum Rücktritt zu zwingen. Ein entsprechender Antrag wurde in der Abgeordnetenkammer zurückgewiesen.
Am Samstag werde sich Präsident Sebastián Piñera mit Vertretern der Studentenbewegung treffen, bestätigte die Regierung in Santiago. Schüler und Studenten fordern eine Reform des Erziehungssystems, unter anderem auch die Abschaffung der hohen Studiengebühren.
Proteste in Brasilien
Inspiriert von den Protesten der Studenten in Chile sind auch in Brasilien am Mittwoch tausende Studierende auf die Straße gegangen. Rund 2500 Studenten versammelten sich in der Hauptstadt Brasília vor dem Gebäude der Zentralbank, um ihrer Forderung nach einer Erhöhung der Ausgaben für Bildung Gehör zu verschaffen.
"Chile, Freund, Brasilien ist bei dir", riefen die Demonstranten und leerten in einer symbolischen Aktion gegen Korruption einen mit Wasser gefüllten Tankwagen aus.
Als Zeichen der Unterstützung für die Proteste in Brasilien sprach die chilenische Studentenführerin Camila Vallejo zu den Demonstranten in Brasília. "Wir wollen die Einheit der Studentenbewegung in Chile, in Brasilien und in ganz Lateinamerika bekräftigen", sagte die 23-Jährige. In Chile demonstrieren seit drei Monaten Schüler, Lehrer und Studenten für eine stärkere finanzielle Beteiligung des Staates an der Bildung sowie für eine bessere Ausstattung der staatlichen Schulen.
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