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Vom Nachttisch geräumt: Exotismus

Wann immer europäische Künstler außereuropäische nachahmten, kam es bald zum Vorwurf des Exotismus. Mal zielte er auf die fast immer auch herablassende Geste, mit der man sich den Fremden zuwandte, mal meinte er nur, was interessieren die Kerle sich für Fetische und anderen Zauber?

Das ändert sich langsam. Das Exotische ist uns touristisch so nahegerückt, daß man damit kaum noch jemandem imponieren kann. Zu vertraut ist uns Neckermännern das Fremde geworden. Kunst aus Kenia gibt es fast schon nicht mehr. Auch dort haben die Künstler Namen, und langsam fangen wir an, sie zu buchstabieren. Jutta Ströter-Benders Zeitgenössische Kunst der „Dritten Welt“ hilft bei diesem Alphabetisierungsversuch des interessierten deutschen Lesers. Auf 244 Seiten bringt sie jede Menge Abbildungen und fast dreihundert Künstler unter. Ein Crash-Kurs.

Nach allgemeinen Überlegungen zu „Kunstmarkt und Marktkunst in der ,Dritten Welt‘“ werden Künstler vorgestellt aus Australien, Jamaica, Äthiopien, Kenia, Nigeria, Senegal, Tansania, Indien und Indonesien. Eine unverzichtbare erste Einführung.

Jutta Ströter-Bender: Zeitgenössische Kunst der „Dritten Welt“ . Dumont, 244 Seiten, zahlreiche s/w- und farbige Abbildungen, 28 DM.

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