Virus in Spanien schon seit Februar: Europas erster Corona-Toter

Nachträgliche Untersuchungen zeigen: Der erste Corona-Tote stammt aus Spanien, nicht aus Frankreich. In spanischen Krankenhäusern herrscht Notstand.

Ein Mann mit Schutzmaske vor einem spanischen Krankenhaus

Ausnahmezustand in spanischen Krankenhäusern Foto: Joan Mateu/dpa

MADRID taz | Die Gesundheitsbehörde der spanischen Mittelmeerregion Valencia hat am Dienstagabend bekannt gegeben, dass schon am 13. Februar ein 69-jähriger Mann am Covid-19 verstorben ist. Dies ergaben nachträgliche Untersuchungen von Todesfällen, die zuvor an Lungenentzündungen unbekannter Herkunft erkrankt waren. Der Betroffene war kurz vor seiner Erkrankung aus Nepal zurückgekommen. Ob er sich dort infiziert hat, steht nicht fest.

Bisher war die Europäische Union davon ausgegangen, dass der erste Todesfall in der Union am 15. Februar in Frankreich zu verzeichnen war. Bei Redaktionsschluss waren in Spanien 179 Covid-19-Fälle bekannt. In Madrid wurde das Virus erstmals bei einer Minderjährigen festgestellt. Es handelt sich um ein vier Jahre altes Mädchen. Landesweit befinden sich rund 200 Ärzte und Pfleger unter Quarantäne. In einem Krankenhaus der baskischen Provinzhauptstadt Vitoria haben sich nach bisherigen Erkenntnissen fünf Mitarbeiter das Virus eingefangen.

Das regionale Gesundheitsministerium sucht verzweifelt Personal, um die Stellen für die kommenden Wochen besetzen zu können. Die Linksregierung unter Pedro Sánchez, die bisher zögerlich war, wenn es um Maßnahmen ging, die das Coronavirus bei seiner Ausbreitung aufhalten könnten, forderte jetzt die Fußball- und Basketballvereine auf, Spiele der Champions und Europa League zwischen spanischen und italienischen Mannschaften ohne Zuschauer abzuhalten. Die spanische Liga ist vom Publikumsausschluss erst einmal nicht betroffen.

In der Hauptstadt überlegt die Frauenbewegung, ob die Großdemonstration am 8. März stattfinden kann. Wirtschaftsministerin Nadia Calviño kündigte am Mittwoch ein Hilfsprogramm für Unternehmen und Arbeitnehmer an, die von der Krise betroffen sind.

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