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Verlagsneubau »unbewohnbar«

■ »Panorama«: Bei Gruner+Jahr und in anderen neuen Bürohäusern besteht Gesundheitsgefahr

Hamburg. Die Luft in Büroneubauten ist oft so giftig, daß immer mehr Beschäftigte krank werden. Dies berichtete kürzlich der Norddeutsche Rundfunk in seinem Fernsehmagazin Panorama. Wissenschaftler behaupten, das Problem sei so gravierend, daß in Expertenkreisen schon von der »Neubaukrankheit« oder dem »Sick-Building-Syndrome« gesprochen werde, hieß es in dem Fernseh-Beitrag.

Ein nach Panorama-Recherchen besonders spektakulärer Fall ist das erst Mitte Dezember 1990 bezogene Verlagsgebäude von Gruner+Jahr am Hamburger Hafen. Der Toxikologe Max Daunderer urteilte in dem Magazin: »Diese Räume sind langfristig nach meiner Ansicht nicht bewohnbar.« Der Neubau müsse »entkernt und innen neu aufgebaut« werden. Panorama gab an, es lägen Meßergebnisse vor, die belegten, daß bei krebserregenden Aromanten die Konzentrationen im G+J-Verlagsgebäude rund achtmal so hoch seien wie außerhalb des Hauses. Bei den Chlorkohlenwasserstoffen betrage die Konzentration im Neubau sogar das Siebzigfache der Außenluftwerte.

Erhöhte Giftkonzentrationen in der Raumluft sind laut Panorama auch im 1986 bezogenen Amtsgericht Norderstedt meßbar. Hier klage jedeR siebte MitarbeiterIn über Ekzeme, Augenbrennen, Atemnot oder trockene Haut. Und in dem total renovierten Gebäude des Sozialtherapeutischen Dienstes in Hamburg habe der TÜV über dreißig teilweise hochgiftige Substanzen nachgewiesen, seit dem Bezug im Jahr 1986 seien von mehr als hundert MitarbeiterInnen mehr als fünfzig erkrankt. Chemikalien, die aus Einbaumöbeln, Farben, Lacken, Abbeizern, Lösungsmitteln, Klebstoffen, Teppichböden, Textilien, Belägen und Isoliermaterialien ausgasen, belasteten die Büroräume. Es gibt keine festgelegten Grenzwerte für die Innenräume, sondern nur Richtwerte für einzelne Substanzen wie Formaldehyd, Perchlorethylen und einige Holzschutzmittel. Die Verbindung verschiedener Stoffe aber führte zu den schwer zu kontrollierenden, hohen Giftkonzentrationen. taz

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