Verkauf von Nestlé-Fertignudeln in Indien: Ende der Maggi-Krise
Wegen zu hoher Bleiwerte verschwanden Nestlé-Nudeln vor fünf Monaten aus indischen Regalen. Nun wird das heimliche Nationalgericht des Landes wieder verkauft.
afp/rtr | Fünf Monate nach dem Verkaufsverbot wegen angeblich zu hoher Bleiwerte bringt der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé seine Maggi-Nudeln in Indien wieder in den Handel. „Wir freuen uns, mitteilten zu können, dass unsere geliebten Maggi-Nudeln zurück sind“, schrieb Nestlé India am Montag in einer Mitteilung an die Börse von Mumbai. Der Verkauf habe am Montag begonnen. Damit steht das heimliche Nationalgericht des Landes wieder in den Regalen – pünktlich vor dem Hindu-Lichterfest Diwali, bei dem der Lebensmittelhandel für gewöhnlich boomt.
Die indische Lebensmittelaufsicht hatte Nestlé Anfang Juni die Herstellung und den Verkauf von Maggi-Nudeln untersagt, nachdem bei Tests in einigen Bundesstaaten erhöhte Bleiwerte gefunden worden waren. Daraufhin musste Nestlé in Indien über 30.000 Tonnen Nudeln vernichten.
Ein Gericht erklärte das Verkaufsverbot im August für ungültig und ordnete neue Tests an. Tests von amtlich zugelassenen Labors zeigten, dass das Produkt sicher sei. Daraufhin ließ Nestlé die Produktion wieder anlaufen. Jon Cox vom Analysehaus Kepler Cheuvreux in Zürich warnte jedoch auch, dass es dauern werde, bis Nestlé das Vertrauen der Verbraucher in die Nudeln zurückgewonnen habe.
Der Streit mit den Behörden kostete das Unternehmen nach eigenen Schätzungen 3,2 Milliarden Rupien (45 Millionen Euro). Nestlé hatte die Vorwürfe von Anfang an zurückgewiesen, das Produkt in Indien aber dennoch aus dem Handel genommen.
50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen
meistkommentiert