: Verfassungsschutz schlägt zurück
Berlin. Das Rollback im Berliner Landesamt für Verfassungsschutz (LfV) hat begonnen: Nach Informationen der taz ordnete der stellvertretende Leiter des LfV, Müller, zwei Tage nach den Wahlen am 4. Dezember an, ihm sämtliche Diziplinarvorgänge, Verwaltungsermittlungen und Überprüfungen, die während der Amtszeit Pätzolds erfolgt waren, vorzulegen. Von besonderem Interesse waren für Müller dabei die ihn selbst betreffenden Unterlagen, deren Orginalvorgang er wünschte ausgehändigt zu bekommen. Die Anweisung erfolgte hinter dem Rücken des amtierenden Innensenators Pätzold. Der Vorgang und die Tatsache, daß Müllers Anweisung gleich nach den Wahlen erfolgte, veranlaßten Pätzold am Donnerstag zu der Befürchtung, beim LfV meinten »immer noch einige Leute, man könne jetzt zu den früheren Gepflogenheiten zurückkehren«. Pätzold vermutet, daß Müller nicht aus eigenem Antrieb handelte, sondern ihm dies »von außen« ans Herz gelegt worden sei. Bitter aufgestoßen ist Pätzold in diesem Zusammenhang auch, daß das LfV die von Pätzold seit längerem erteilten präzisen Aufträge — trotz mehrfacher Anmahnungen — nicht ausführte oder bewußt verzögerte. Der Ex-SPD-Innensenator forderte die alten und neuen Regierenden Bürgermeister, Momper und Diepgen, auf, dafür Sorge zu tragen, daß die überfälligen Aufträge jetzt zügig ausgeführt werden. plu
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen