: Verbrannte Erde — vom Krieg zum Frieden
■ Gedenken an den deutschen Überfall auf die UdSSR in Berlin/ Momper regt »Haus Moskau« an
Pankow. Der 50. Jahrestag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion »verpflichtet uns dazu, aus der Erinnerung für die Zukunft zu lernen«. Das sagte der Regierende Diepgen (CDU), der am Sonnabend gemeinsam mit dem Leiter der Außenstelle der Sowjetischen Botschaft, Schikin, Kränze auf dem sowjetischen Soldatenfriedhof in Pankow niederlegte. Dort befinden sich die Gräber von 13.200 gefallenen Soldaten der Roten Armee. SPD-Chef Momper, der sich anläßlich des Jahrestages in Moskau aufhält, regte die Einrichtung eines »Hauses Moskau« in Berlin und eines »Hauses Berlin« in Moskau an, um ökonomische und kulturelle Beziehungen zu pflegen.
Renate Künast (Bündnis 90/Grüne) sagte, daß der Vernichtungskrieg für die BerlinerInnen nicht nur Mahnung sein solle, sondern auch Ansporn für eine Politik, die das »westeuropäische Wohlstandsghetto« verlasse. Zu einer Gedenkveranstaltung des DGB- Landesbezirks, der PDS und des Bündnis 90/Grüne kamen mehrere hundert Menschen zum Sowjetischen Ehrenmal im Treptower Park. Die DGB-Vorsitzende Bretz forderte unter anderem, die sowjetischen Zwangsarbeiter zu entschädigen und ein internationales Zentrum für Friedens- und Konversionsforschung sowie KSZE-Institutionen in Berlin anzusiedeln. An der Ehrung nahm auch eine Delegation der Gewerkschaften aus Wolgograd unter der Leitung des gebietsvorsitzenden Helvi Lattu teil.
Die Akademie der Künste gedachte mit einer Lesung des deutschen Überfalls. Akademiepräsident Walter Jens sagte, daß der Weg »vom Krieg zum Frieden, vom Morden zur Versöhnung, von der Grenzsicherung zur Grenzüberschreitung« nur vollzogen werden könne, wenn kein Opfer vergessen werde. Er erinnerte an die Deutschen, die für ihr Bekenntnis zur Sowjetunion und gegen die Hitler-Diktatur mit dem Leben zahlten: Hans Scholl, Kurt Huber, Alexander Schmorell und Willi Graf. In der Berliner Volksbühne trafen sich Schauspieler und Publikum am 22. Juni zum gemeinsamen »Erinnern, Nachdenken und Mahnen«. Anschließend wurden literarische und dokumentarische Texte deutscher und sowjetischer Autoren gelesen. adn/dpa
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