Unveröffentlichter John Lennon-Song: 50.000 Euro für „Radio Peace“

Ein Beatles-Fan ersteigerte für knapp 50.000 Euro eine 33-minütige Kassette von 1970. Darauf ist der unveröffentlichte Song „Radio Peace“.

John Lennon und Yoko One am 24. Januar 1970 in Jütland, Dänemark Foto: Anthony Cox/Keystone Canada/ZUMA/imago

KOPENHAGEN taz | Wo John Lennon drauf steht, ist auch heute noch viel Geld drin. Eine Frage von einer Schü­le­r*in­nen­zei­tung an den Beatles-Gründer und seine Frau Yoko Ono zum Thema Weltfrieden führt 1970 im norddänischen Thy zu einer Aufnahme eines Songs mit dem Titel „Radio Peace.“ Doch der Radiosender, für den dieser Lennon-Song die Titelmelodie werden sollte, geht nie an den Start. Das Lied bleibt unveröffentlicht. Mehr als 50 Jahre später ist die Aufnahme von 1970 umgerechnet 49.760 Euro wert.

Denn so viel will ein Beatlesfan, der unbekannt bleiben will und die 33-minütige Kassette bei einer Versteigerung in Kopenhagen am Dienstag ergatterte, zahlen. Angeboten wurde dem Auktionshaus Bruun Rasmussen in Kopenhagen die Aufnahme von den Produzenten selbst – den damals 16-jährigen Schülern.

Die Aufnahme entstand am 5. Januar 1970 bei einer kleinen Pressekonferenz im norddänischen Thy. John Lennon war im Winter 1969/70 mit seiner Frau Yoko Ono einige Wochen an Dänemarks Westküste, da Yoko Ono ihrer Tochter Kyoko näher sein wollte, die bei ihrem Vater in Nordjütland lebte.

In der Hoffnung, ein Interview mit dem Beatlesstar zu bekommen, durften vier Schüler den Unterricht sausen lassen und bekamen die Möglichkeit, bei einer kleinen, eher intimen Pressekonferenz ihrem musikalischen Idol Fragen zu stellen. John Lennon verfolgte zu der Zeit bereits seine Solokarriere, ein Jahr zuvor war das berühmte Beatlesalbum „Abbey Road“ erschienen.

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Die Aufnahme des Songs entstand dann, weil einer der Schüler John Lennon bat, ihnen etwas vorzuspielen. Lennon sang zunächst eine leicht veränderte Version des Songs „Give Peace a Chance“, den Lennon zusammen mit Yoko Ono und Timothy Leary 1969 beim berühmten „Bed-in“-Protest der beiden in Montreal aufführte. Danach spielte er den kleinen Song „Radio Peace“, der als Erkennungsmelodie für einen Radiosender gedacht war, der aber nie on air ging.

Ausgabe der Schü­le­r*in­nen­zei­tung wird mitversteigert

Neben der Aufnahme erhielt der Bieter auch eine damals entstandene Fotoreihe mit 23 Bildern von der Musikerlegende und seiner Frau sowie die Schüler*innenzeitung, in der die vier Schüler von ihrem Zusammentreffen mit John Lennon und Yoko Ono berichten.

„Die Erfahrung hatte einen großen Einfluss auf unser Leben“, wird einer der Schüler, Karsten Højen, im Auktionskatalog zitiert. John Lennon und Yoko Ono hätten ihre Generation entscheidend geprägt: „Damals beschäftigten wir uns nicht so mit berühmten Leuten, wie es heute junge Leute tun. Wir sahen John Lennon und Yoko Ono als eine Art politische Propheten und Friedenssymbole“, so der heute 68-Jährige. Erst Jahre nach John Lennons Tod, der am 8. Dezember 1980 erschossen wurde, hätten die vier Schüler realisiert, dass ihre damalige Aufnahme für die Schü­le­r*in­nen­zei­tung einen besonderen Wert haben könnte. 2002 schlossen sie die Kassette deshalb in einem Safe ein, jetzt wechselt sie für eine stolze Summe ihren Besitzer.

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