Unternehmer planen All-Tourismus: Endlich schweben!
Last-Minute in die Schwerelosigkeit, noch ist das die Zukunft. Aber nicht mehr lange: Zwei Unternehmer machen sich in Cochstedt bereit für den All-Tourismus.
Wer sich in die Weiten des Universums aufmacht, muss ein Handtuch einpacken. Leser von "Per Anhalter durch die Galaxis" wissen das. Unter dem Handtuch kann man sich bei Angriffen von Außerirdischen gut verstecken, man kann sich damit zudecken, und nasses Frottee dient als Waffe. Dinge, die Weltraumtouristen dringend bedenken sollten, wenn sie in den kommenden Jahren in ein Raumschiff steigen, das sie dann in die Schwerelosigkeit trägt.
Statt Kreuzfahrt auf dem Nil gibt es bald den Suborbitalflug: In zwei Stunden können Hobbyastronauten die Grenze zwischen Atmosphäre und Weltall erreichen und dort fünf spektakuläre Minuten in der Schwerelosigkeit zubringen.
Der Markt um diese ungewöhnliche Form von Tourismus wächst - vielleicht bald auch in Deutschland. Frank Marco Günzel und Peer Gehrmann wollen auf einem ehemaligen Militärflughafen in Cochstedt die "Enterprise" entwickeln, eine neun Meter lange Touristenrakete, die bis zu fünf Leute ins All schießen kann. Im Idealfall soll diese Art Touriklitsche für Weltallinteressierte gleich aus Cochstedt starten, noch ist das allerdings Zukunftsmusik.
In den USA ist man da schon weiter: Für den geplanten Spaceport America in New Mexico hat Virgin Galactic schon die Entwürfe vorliegen, die im Übrigen so futuristisch aussehen, als hätten die Designer von Foster and Partners einmal zu oft den Film "Men in Black" geschaut. Galactic-Kopf Richard Branson präsentierte jüngst das "SpaceShipTwo", das schon im nächsten Jahr durchstarten soll. Im schwedischen Kiruna wird ebenso ein Weltraumflughafen entstehen.
Fliegen können aber nach wie vor nur Menschen mit dem nötigen Taschengeld - 200.000 US-Dollar kostet ein Ticket bei Virgin Galactic. Ein Preis, an dem sich Günzel und Gehrmann orientieren wollen. Ob und wie die Raumfähren starten, ist vorerst eine Rechtsfrage, sagt Günzel. Richtlinien für die suborbitalen Flüge gibt es hierzulande nämlich noch nicht.
Neben einem Handtuch empfiehlt Grünzel übrigens eine Tüte als Standardgepäck. Schwerelosigkeit schlägt nämlich auf den Magen. ALEXANDRA EUL
50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen
meistkommentiert