US-Engpässe bei Babymilchpulver: Biden ordnet Sofortmaßnahmen an
Seit Wochen gibt es in den USA kaum noch Säuglingsnahrung zu kaufen. Der Präsident steuert nun gegen: mit Zulieferverpflichtungen und Importen.
ap | Wegen massiver Engpässe bei Babymilchpulver in den USA versucht Präsident Joe Biden mit Notfallmaßnahmen gegenzusteuern. Auf Grundlage des eigentlich für Kriegszeiten gedachten Defense Production Act verpflichtete Biden Zulieferer von Herstellern von Säuglingsmilchnahrung, deren Aufträge bevorzugt vor jenen anderer Kunden zu erfüllen, wie das Weiße Haus am Mittwoch mitteilte. Das Pentagon wies er an, über Linienflüge Babynahrung aus dem Ausland in die USA zu importieren.
Die Ministerien für Gesundheit und Landwirtschaft forderte Biden in einem Schreiben zur Zusammenarbeit mit dem Verteidigungsministerium auf. Gemeinsam sollen die Ministerien kommende Woche mögliche Vorräte im Ausland ausfindig machen, die amerikanischen Standards entsprechen. Das Weiße Haus gab der Maßnahme den Namen „Operation Fly Formula“, also in etwa „Operation fliegende Säuglingsanfangsnahrung“.
In den USA ist Säuglingsmilchnahrung seit Wochen Mangelware, nachdem der größte US-Hersteller Abbott Nutrition mehrere Produkte wegen Verunreinigungen zurückrufen musste. Dessen Werk im Staat Michigan wurde im Februar geschlossen, vor einer Wiederaufnahme des Betriebs muss das Unternehmen seine Sicherheitsmaßnahmen auf den neuen Stand bringen.
Der Ausfall von Abbott Nutrition verschärfte bestehende Probleme in der Lieferkette. Die Folge: Regale von Supermärkten sind leer, viele Eltern suchen verzweifelt nach Babymilchpulver für ihre Kinder. Die Engpässe haben sich inzwischen zu einem politischen Problem für Biden ausgewachsen, dessen Demokraten sich im Herbst Zwischenwahlen stellen müssen.
„Ich weiß, dass Eltern im ganzen Land darüber besorgt sind, genügend Säuglingsmilchnahrung für ihre Babys zu finden“, erklärte Biden in einer Videobotschaft. „Als ein Eltern- und Großelternteil weiß ich sehr wohl, wie stressig das ist.“
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