: Tunnel-Freunde treffen sich
Erste Auslandsreise für Hamburgs Bürgermeister
Von Sven-Michael Veit
Eigentlich sollte der Tunnel in der Ostsee 2021 in Betrieb gehen. Neuere Prognosen sprechen von einem Baubeginn in drei Jahren. Aber selbst das ist nicht mehr realistisch, weil ein Planfeststellungsbeschluss auf deutscher Seite frühestens zum Jahresende zu erwarten ist. Und dann werden erst mal langwierige Klagen von Umweltverbänden vor dem Bundesverwaltungsgericht folgen. In Sachen Elbvertiefung dauert ein ähnliches Verfahren bereits acht Jahre.
Und dann läuft da ja noch ein Verfahren vor dem Gericht der Europäischen Union in Luxemburg. Die Reederei Scandlines, die den Fährbetrieb auf dem Fehmarnbelt zwischen Puttgarden und Rødby unterhält, klagt gegen den EU-Zuschuss, weil der knapp 19 Kilometer lange Straßen- und Schienentunnel im Fehmarnbelt zwischen der dänischen Insel Lolland und der deutschen Insel Fehmarn zu „unverhältnismäßigen Wettbewerbsverzerrungen“ führe. Denn die Subvention aus Brüssel an ein Staatsunternehmen trügen dazu bei, die florierende privatwirtschaftliche Reederei vom Markt zu verdrängen. Und so eine Form von staatlich gelenktem Kapitalismus ist im gemeinsamen Markt der noch 28 EU-Staaten eigentlich des Teufels!
Aber der Fehmarnbelt-Tunnel hat auch Fans und die treffen sich Montag und Dienstag im südschwedischen Malmö, also auf neutralem Boden. Zu den „Fehmarnbelt Days“ reisen Vertreter der Handelskammern von Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern, der Deutsch-Dänischen Handelskammer und des Unternehmensverbands Nord an. Schleswig-Holsteins Wirtschafts- und Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) kommt vorbei und Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) darf seine allererste Auslandsreise als Ministerpräsident antreten – und will gleich eine Absichtserklärung unterzeichnen. Die Metropolregion Hamburg, die bis nach Fehmarn reicht, und die Metropolregionen Kopenhagen und Malmö beiderseits des Öresunds wollen ihre Kooperation intensivieren, das wird da drin stehen. Wann der Tunnel wirklich kommt, steht indes in den Sternen.
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