Türkei plant Militärübung: „Mittelmeer-Sturm“ vor Zypern

Die Türkei hat angekündigt, vor Zypern eine Militärübung durchzuführen – obwohl sich der Ölstreit mit Griechenland seit Wochen zuspitzt.

Der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar sitzt in einem Trainings-Kampfjet und salutiert. Er trägt einen Fliegerhelm.

Vorfreude? Der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar posiert für Kameras des eigenen Ministeriums Foto: Turkish Defense Ministry/dpa

ISTANBUL dpa | Inmitten des Streits um die Erdgassuche im östlichen Mittelmeer hat die Türkei eine Militärübung vor Zypern angekündigt. Unter dem Namen „Mittelmeer-Sturm“ soll sie am Sonntag, 6. September, beginnen und bis Donnerstag dauern, wie das türkische Verteidigungsministerium am Samstag mitteilte. Es sollen auch Einheiten aus dem türkisch kontrollierten Nordzypern teilnehmen. Ziel sei es „wechselseitiges Training, Kooperation und Interoperabilität“ zwischen dem türkischen Festland und dem Truppenkommando auf der geteilten Mittelmeerinsel zu verbessern, hieß es weiter.

In einem Telefonat mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat der griechische Außenminister Nikos Dendias am Samstag erneut gefordert, dass die Türkei die Spannungen im östlichen Mittelmeer abbauen müsse. Das teilte das griechische Außenministerium nach dem Telefonat in einem Tweet mit.

Im östlichen Mittelmeer eskaliert seit Wochen der Streit zwischen den Nato-Partnern Griechenland und Türkei um Erdgas in dem Seegebiet. Griechenland bezichtigt die Türkei, vor griechischen Inseln illegal Vorkommen zu erkunden. Die Regierung in Ankara weist die Vorwürfe hingegen zurück und vertritt den Standpunkt, dass die Gewässer, in denen probeweise nach Erdgas gebohrt wird, zum türkischen Festlandsockel gehören. Im Zuge von Militärmanövern war es zuletzt sogar zu einer Kollision zwischen einem griechischen und einem türkischen Kriegsschiff gekommen.

Im Laufe der Woche hatte es seitens Griechenland Verstimmungen wegen einer Äußerung Stoltenbergs gegeben, wonach Athen und Ankara im Rahmen der Nato bereit zu sogenannten technischen Gesprächen seien, um die angespannte Situation zu entschärfen. Athen hatte daraufhin mehrfach betont, bevor es Gespräche geben könne, müsse die Türkei sämtliche Schiffe aus der ausschließlichen Wirtschaftszone Griechenlands abziehen.

Die Insel Zypern ist seit einer türkischen Militärintervention 1974 geteilt. Im Norden wurde mit türkischer Hilfe eine Türkische Republik Nordzypern eingerichtet, die jedoch nur von Ankara anerkannt wird. Dort sind auch türkische Truppen stationiert. Die Gesamtinsel wird als Republik Zypern international anerkannt und ist seit 2004 EU-Mitglied.

Einmal zahlen
.

Fehler auf taz.de entdeckt?

Wir freuen uns über eine Mail an fehlerhinweis@taz.de!

Inhaltliches Feedback?

Gerne als Leser*innenkommentar unter dem Text auf taz.de oder über das Kontaktformular.

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de

Ihren Kommentar hier eingeben