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Trickreicher Protest gegen Abschiebungspläne

Den Bundesgrenzschutz ausgetrickst haben gestern morgen Aktivisten des „Aktionsbündnis für Bleiberecht“ am Bahnhof Zoo. Das Bündnis, das von mehr als 15 Gruppen unterstützt wird, setzt sich dafür ein, daß jugoslawische Kriegsflüchtlinge nicht in ihre Heimat abgeschoben werden. Zu den Unterstützergruppen zählen Organisationen wie SOS-Rassismus, die Internationale Liga für Menschenrechte und Studierendenvertretungen aller Universitäten.

Während ein Dutzend Aktivisten auf dem Bahnsteig mit einer spontanen Kundgebung gegen die drohende Abschiebung die wachsamen Sicherheitsbeamten ablenkten, brachte eine weitere Gruppe auf der Bahntrassen- Brücke über der Hardenbergstraße unbemerkt ein Transparent an. „Kein Zug, kein Flug, kein Bus für die Abschiebung nach Jugoslawien!“ forderte darauf das Aktionsbündnis. „Derzeit sind 20.000 Menschen akut von Abschiebung bedroht“, sagte die Sprecherin Renate Gemkow. Insgesamt leben in Berlin 45.000 Flüchtlinge aus Ex- Jugoslawien.

Die Innenminister der Länder beschlossen im November letzten Jahres, daß der Abschiebestopp für Kroaten im März aufgehoben wird. Eine weitere Sprecherin wies darauf hin, daß sich die Deutsche Bundesbahn ebenso wie die Fluggesellschaften an dem Transport der Flüchtlinge aktiv beteiligt. Seit einem dreiviertel Jahr werden Aufenthaltsgenehmigungen nicht mehr verlängert, die Innenverwaltung forderte bereits vor einem Jahr die Flüchtlinge zur Ausreise auf.

Christoph Dowe Foto: Wolfgang Borrs

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