herzensort: Toxischer Arbeitsplatz
Im Gewerbegebiet der 75.000-Einwohner-Stadt Scranton im US-Bundesstaat Pennsylvania steht ein grauer Gebäudeklotz mit nur wenigen Fenstern und schlechter Öffi-Anbindung. Die Gastronomie drumherum ist bescheiden, drinnen ist der Kaffee dünn und die Laune auch. Trotzdem kehre ich mit einer Regelmäßigkeit an diesen Ort zurück, als wäre ich selbst dort angestellt. Die Büroräume der Dunder Mifflin Paper Company, Schauplatz der US-Sitcom „The Office“, sind bisweilen ein furchtbarer Ort und mein absoluter Happy Place.
Der Chef ist narzisstisch bis übergriffig, die Kollegen sind gelangweilt bis intrigant, die Kunden überwiegend unzufrieden. Und dennoch passieren in diesem Workplace-Wahnsinn immer wieder die urkomischsten und herzerwämendsten Dinge, wachsen welche über sich hinaus, finden Liebe, finden Glück. Bei Dunder Mifflin habe ich gelernt, wie man aus Joghurtdeckeln olympische Medaillen bastelt und dass ein iPod kein geeignetes Geschenk fürs Firmenwichteln ist. Und dass man manchmal über glühende Steine gehen muss, um die Person zu werden, die man sein will.Leonie Gubela
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