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Tödliches Gift in Venedigs Lagune

■ Chemiemultis wegen Umweltverschmutzung angeklagt

Venedig (epd) – Die Staatsanwaltschaft in Venedig hat gegen 31 Manager von vier großen Chemieunternehmen Anklage wegen Umweltverschmutzung erhoben. Die Mitarbeiter der Firmen Eni, Enichem, Montedison und Petrolchimico stehen unter dem Verdacht, die Einleitung ungeklärter Abwässer in die Lagune von Venedig befürwortet zu haben. Es handelt sich um einen der größten Umweltskandale in Italien. Die vier in Porto Marghera, dem Industriehafen von Venedig, ansässigen Unternehmen sollen 18 illegale Giftmülldeponien in der Lagune betrieben haben. An den Unternehmen ist auch der italienische Staat beteiligt.

Der größte Teil der Einleitungen erfolgte zwischen 1970 und 1988. Die angeklagten Chemiemanager müssen mit bis zu 15 Jahren Haft rechnen. Über die Eröffnung einer Hauptverhandlung soll am 3. März befunden werden. Laut Staatsanwaltschaft war den Chemiemanagern ihr Verstoß gegen das Umweltschutzgesetz bewußt. Die giftigen Abfälle wurden auch illegal in die DDR und nach Nigeria exportiert. Einige der Verdächtigen stehen bereits vor Gericht: Sie müssen sich für den Krebstod von 100 Arbeitern verantworten.

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