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Theatertreffen 2026Von Krieg und Polarisierung und Prekariat

Im Haus der Berliner Festspiele haben die Leitung und die Jury des Theatertreffens bekannt gegeben, welche zehn Stücke diesmal eingeladen werden.

Die Jury des Theatertreffens 2026 hat ihre Auswahl getroffen Foto: Stefan Wieland

Den Ton bei der Pressekonferenz zum diesjährigen Theatertreffen, die am Dienstag im Haus der Berliner Festspiele stattfand, setzten die Beschäftigten der Berliner Theater. „Ohne uns keine Vorstellung“ und „Kunst ist Arbeit und von Arbeit müssen wir leben können“ konnte man schon von Weitem auf Transparenten einer Gruppe Demonstrierender vor dem Festspielhaus lesen.

Seit Montagabend befinden sich Mit­ar­bei­te­r:in­nen von Schaubühne Berlin, Volksbühne und Maxim-Gorki-Theater im Streik, seit heute außerdem solche weiterer Berliner Bühnen. Hintergrund sind aktuelle Tarifverhandlungen, gleichzeitig die massiven Kürzungen im Berliner Kultursenat. Die Gemengelage ist so kompliziert wie prekär.

Theater entsteht nicht im luftleeren Raum, das machte nicht nur die Kundgebung deutlich. Dass die aktuelle Weltlage die bei der PK verkündete Auswahl der „zehn bemerkenswertesten Stücke“, die zum im Mai 2026 stattfindenden Theatertreffen eingeladen wurden, geprägt hat, musste kaum extra betont werden.

Da ist die Gegenwart des Krieges, die vielleicht am deutlichsten Jan-Christof Gockels „Wallenstein. Ein Schlachtfest in sieben Gängen“ (Münchner Kammerspiele) ihr Echo findet. Bilder für die Polarisierung der Gesellschaft suchten Jette Steckel mit „Mephisto“ (Münchner Kammerspiele) und Julian Hetzel mit „Three Times Left is Right“ (Wiener Festwochen u. a.). Einen Me-too-Fall verhandelt „Fräulein Else“ vom Volkstheater Wien (Regie: Leonie Böhm).

Dass die aktuelle Weltlage die Auswahl geprägt hat, musste kaum extra betont werden

Neu dabei sind zwei Brandenburger Häuser, das Hans Otto Theater in Potsdam („Serotonin“ nach Michel Houellebecq) sowie das Staatstheater Cottbus (Carl Zuckmayers „Hauptmann von Köpenick“), beide mit Inszenierungen von Sebastian Hartmann. Wieder vertreten ist Florentina Holzinger mit „A Year without Summer“ (Volksbühne Berlin). Vom Schauspiel Stuttgart kommt „Die Welt im Rücken“ (Regie: Lucia Bihler), vom Theater Basel „Die Glasmenagerie“ (Regie: Jaz Woodcock-Stewart), vom Schauspielhaus Zürich Pınar Karabuluts „Il Gattopardo“.

739 Inszenierungen in 98 Städten hat die siebenköpfige Jury im Vorfeld gesichtet. Der Spielplan wird Anfang April bekanntgegeben, der Ticketverkauf startet am 18. April.

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