Temeplhof-Nachnutzung: Aktivisten planen alternative Eröffnungsfeier

Das Bündnis "Tempelhof für alle" organisiert Aktionen und will das Gelände auch nachts nutzen.

Wenn der ehemalige Flughafen Tempelhof am 8. Mai feierlich zum Erholungsgebiet umfunktioniert wird, wollen sich nicht alle dem Festprogramm der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung anschließen. Das Bündnis "Tempelhof für alle", das bereits Demos für eine schnelle Öffnung des Geländes organisiert hat, plant unter dem Motto "Reclaim Tempelhof" ein Alternativprogramm.

"Angesichts einer Vielzahl kultureller Angebote sollen die BesucherInnen vergessen, dass der Exflughafen zum Hochsicherheitspark gemacht werden soll", kritisiert das Bündnis auf seiner Website. Um der "Jubelveranstaltung" des Senats ein Gegenprogramm zu bieten, rufen die Aktivisten Gruppen, Initiativen und Projekte dazu auf, am 8. Mai alternative Veranstaltungen auf dem Feld anzubieten.

Schon beim Bekanntwerden der ersten Pläne, das Gelände nur eingeschränkt zugänglich zu machen, hatte die Gruppe ein "Tempelhof ohne Zaun und Wachschutz" gefordert. Sie befürchtet, dass beides im Kontext eine Aufwertung der umliegenden Viertel steht, die letztlich in steigenden Mieten mündet.

Seit auf dem Gelände im Herbst 2008 der Flugbetrieb eingestellt wurde, ist die Fläche für die Öffentlichkeit unzugänglich. Der Senat argumentierte hier stets mit für den Flugverkehr relevanten Anlagen, die geschützt werden müssten. Die eingeschränkten Öffnungszeiten ab 8. Mai und das Sicherheitspersonal begründet die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung mit den Interessen der Anwohner und potenziellen Nutzern, die sich in einer Umfrage Sicherheit und Sauberkeit gewünscht hätten.

Mit der alternativen Eröffnungsfeier will das Bündnis "Tempelhof für alle" nun dafür sorgen, dass seine Forderungen nach einem Park, der rund um die Uhr frei zugänglich ist, nicht in Vergessenheit geraten. Geplant seien ein offenes Mikro, eine Demo zum "65. Jahrestag der Befreiung von Nazideutschland" sowie die "kritische Begleitung" einer Laufveranstaltung am Eröffnungstag. Mit Wettbewerben will die Initiative gegen die nächtliche Schließung des Geländes protestieren. Und möglicherweise auch mehr als das: "Wir wollen schon schauen, ob wir abends wirklich wieder vom Gelände runtermüssen", formuliert es ein Beteiligter von "Tempelhof für alle". SVENJA BERGT

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