Taxonomieregeln der EU: Neue Airbusse, grüngewaschen
Da die Regeln der EU-Investorenregeln so lax sind, gelten 7.000 Flugzeuge von Airbus als „nachhaltig“. Experten sprechen von „reinem Greenwashing“.
Laut einer Untersuchung der Brüsseler NGO Transport & Environment (T&E) könnten so künftig 7.000 Airbus-Flugzeuge „grün“gewaschen werden, 90 Prozent der derzeit vorliegenden Flugzeugbestellungen von Airbus. Der Grund: Nach der Taxonomie-Definition müssen sie nur effizienter sein als Flugzeuge älterer Generationen und diese außerdem ersetzen. „Das ist ein Akt reinen Greenwashings“, sagt T&E-Expertin Jo Dardenne.
Eigentlich soll die Taxonomie Investoren dabei helfen zu erkennen, ob Güter als „öko“ einzustufen sind. Der Streit darüber, dass Atomkraft und Gas als nachhaltig klassifiziert werden, hatte im vergangenen Jahr für Wirbel gesorgt. Im Sommer segnete auch das Europäische Parlament den Vorschlag der Kommission aber ab.
„Es überrascht nicht, dass Airbus unermüdlich Lobbyarbeit betreibt, um sicherzustellen, dass die Luftfahrt in der Taxonomie bleibt“, so Dardenne. Auch moderne Flugzeuge sparten nur 15 bis 20 Prozent die Treibhausgasemissionen gegenüber ihren Vorgängermodellen ein.
3 Prozent der CO2-Emissionen weltweit
Wegen des zunehmenden Flugverkehrs seien die CO2-Emissionen des Sektors in den vergangenen Jahrzehnten exponentiell gestiegen, zwischen 1990 und 2017 um 129 Prozent. Dabei seien die Flugzeuge im selben Zeitraum um fast ein Fünftel sparsamer geworden, so T&E.
Die Luftfahrt stößt etwa 3 Prozent der CO2-Emissionen weltweit aus, die Auswirkungen auf das Klima sind jedoch schwerwiegender. Die von den Flugzeugen emittierten Rußpartikel führen zur Bildung von Eiskristallen und bilden Kondensstreifen, die die Klimawirkung des Fliegens enorm verstärken.
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