„Tatort“ aus Wien: Besser streiten als lachen

Beim „Tatort“ aus Wien geht es diese Woche um Anhänglichkeiten und Abhängigkeiten. Wir lernen: Ein Streit kann auch für etwas gut sein.

Eine Frau und ein Mann sitzen im Dunkeln auf einer Bank

Läuft gerade nicht so zwischen Fellner und Eisner Foto: ARD/degeto/Hubert Mican

Ein Einbruch, Schüsse fallen. Nur wo? Panisch stürzt der Einbrecher aus der Villa, vorbei am Pool, in den Nachbargarten, um den nächsten Pool herum – und dann fliegt er auf die Schnauze. Doch nicht nur er liegt da. Neben ihm, getrennt nur durch die Terrassentür, liegt ein Mann. Erschossen.

Es entspinnt sich ein „Tatort“ über Beziehungen: berufliche wie private. Über Anhänglichkeiten und Abhängigkeiten. Bibi Fellner (Adele Neuhauser) geht auf Online-Partnersuche. Ihr Profilname bei Lonel Hearts ist „Bibiane Fellner“. Das Internet ist halt noch Neuland. Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) hat gerade eine Partnerin gefunden, und nervt damit die Bibi, also brüllen sie sich vor versammelter Mannschaft an. Der junge Pathologe erklärt seiner erfahrenen Kollegin ihren Job.

Chef Ernst „Ernstl“ Rauter (Hubert Kramar) wirft dem Moritz „Jesuslatschen-Dramatik“ vor. Kollege Fredo Schimpf fliegt zu Hause raus; und dann sind da noch die Nachbarn des Ermordeten, also die, bei denen gerade eingebrochen worden ist. „Purzl, den Hausfrauentröster“, nennt Pia Haag ihren Mann nur. Ob er ein Verhältnis mit der Nachbarin gehabt habe, wird Purzl daraufhin gefragt: „Nein“, sagt er, und schiebt ein „leider“ hinterher. Die Eheleute lachen.

Ansonsten lacht kaum jemand in Wien. Der Ermordete war der Leiter der Polizeischule. Im ersten Stock liegt seine Frau. Erschlagen. „Schaut nach einem schweren Ehedrama aus“, sagt Eisner. Aber natürlich ist es im „Tatort“ nie so, wie es auf den ersten Blick ausschaut. Es ist eigentlich immer ganz anders.

Wien-„Tatort“: „Wehrlos“; So., 20.15 Uhr, ARD.

An der Polizeischule ist was faul. Fellner wird hingeschickt, um dort undercover zu ermitteln. Die Versetzung lässt sich leicht begründen: Haben ja alle mitbekommen, dass das Verhältnis Eisner-Fellner zerrüttet ist. Wir lernen: Ein Streit kann auch für etwas gut sein – und dieser „Tatort“ verkraftet sogar eine Überdosis Privatprobleme.

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