Tarifstreit an der FU Berlin: Gar nicht flauschig

Ungleiche Bezahlung an der Freien Universität Berlin: Protest für eine tarifgebundene Weiterbeschäftigung von drei Tier­ärz­t*in­nen am Freitag.

Ungleiche Bezahlung für Tierärz*innen: Da sind sogar die Katzen sauer (Symbolfoto) Foto: dpa

BERLIN taz | „Ausbeutung“ lautete das mit großen Einzelbuchstaben zusammengesetzte Wort. Getragen wird es von GewerkschafterInnen, wenn sie vor der Kleintierklinik der Freien Universität Berlin (FU) protestieren. Das ist in den letzten Wochen öfter passiert. Denn der Personalrat der FU fordert die Einstellung bzw. die Weiterbeschäftigung von drei KollegInnen im Fachbereich Veterinärmedizin, die vom FU-Präsidium bisher abgelehnt wird.

Hintergrund ist die Forderung des Personalrats Dahlem, sie nach dem für die FU anzuwendenden Tarifvertrag der Länder FU (TV-L FU) einzugruppieren – anstatt sie außerhalb des TV-L FU deutlich niedriger zu bezahlen. „Die Forderung nach einer tarifgerechten Bezahlung ist wichtiger Bestandteil der Alltagsarbeit eines Personalrates und kein Hinderungsgrund für die Einstellung – das zeigt schon die Tatsache, dass parallel zu den drei Einstellungsverweigerungen durch das Präsidium eine vierte, gleichlautende Stelle besetzt wurde“, erklärt der Verdi-Vertrauensmann, der nicht namentlich genannt werden will. Ein Mitglied der Verdi-Betriebsgruppe spricht gegenüber der taz von Erpressung.

Den drei VeterinärmedizinerInnen seien bereits Zusagen gemacht worden, die vom FU-Präsidium kurzfristig wieder zurückgezogen wurden. Ihnen droht jetzt Arbeitslosigkeit. Dabei wird an den Tierkliniken dringend Personal gebraucht.

Weil sich in der Coronapandemie mehr Menschen Haustiere angeschafft haben, werden die Tierkliniken mehr frequentiert. Die Zahl der Überlastungsanzeigen des Personals habe in der letzten Zeit zugenommen, erklärt der Verdi-Vertrauensmann.

Motivation für andere Beschäftigte

Die Beschäftigen stellen sich auf eine längere Auseinandersetzung ein und bekommen Unterstützung von solidarischen Studierenden und der Berliner Aktion gegen Arbeitgeberunrecht (BAGA), die seit mehreren Jahren betriebliche Kämpfe unterstützt. Sie hatte auch den Kampf der Beschäftigten des Botanischen Gartens bei ihren erfolgreichen Kampf gegen das mit massiven Lohnverlusten verbundene Outsourcing unterstützt (taz berichtete).

Der Erfolg der Beschäftigten beim Botanischen Garten motiviert auch andere Beschäftigte an der FU. Zumal Karsten Schomaker, der für Personalfragen beim Botanischen Garten zuständig war, mittlerweile Verwaltungsleiter bei den Tierkliniken ist.

Am heutigen Freitag organisiert die Verdi-Betriebsgruppe an der FU gemeinsam mit solidarischen Studierenden und BAGA ab 12.30 Uhr eine erneute Protestaktion für die Einstellung der VeterinärmedizinerInnen vor den Tierkliniken am Oertzenweg 19b.

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