■ Tankerhavarien: Asphaltierte Weltmeere
Die Tankerhavarie bei den Shetlandinseln ist das jüngste, aber nicht das schwerste Unglück in einer langen Kette. Während die unter liberianischer Flagge fahrende „Braer“ 85.000 Tonnen Rohöl geladen hatte, flossen bei der Kollision der „Atlantic Empress“ mit der „Aegean Captain“ am 19.Juli 1979 300.000 Tonnen Öl ins Meer. Zu den ökologisch folgenschwersten Havarien gehört die von der „Exxon Valdez“ ausgelöste Katastrophe im Prinz-William- Sund vor Alaska im März 1989 und die Tankerhavarie von La Coruna vor einem Monat. Während in Alaska 42.000 Tonnen Öl ausliefen, verlor der griechische Tanker „Aegean Sea“ am 3.Dezember 1992 vor der nordspanischen Hafenstadt 80.000 Tonnen Öl.
250.000 Tonnen Öl flossen am 6.August 1983 ins Meer, als der Tanker „Castillio de Bellever“ Feuer fing. Am 16.März 1978 lief die „Amoco Cadiz“ vor der nordwestfranzösischen Küste auf Grund; 223.000 Tonnen Öl liefen aus dem leckgeschlagenen Schiff. Nach einer Grundberührung der „Torrey Canyon“ am 18.März 1967 vor der Südwestspitze Englands ergossen sich 119.000 Tonnen Öl ins Meer. Der Tanker „Sea Star“ verlor am 19.Dezember 1972 nach einer Kollision im Golf von Oman 115.000 Tonnen Öl. Am 12.Mai 1976 lief „La Urquiola“ nahe des spanischen Hafens La Coruna auf Grund und setzte 100.000 Tonnen Öl frei.
Feuer an Bord der „Hawaiian Patriot“ ließ am 25.Februar 1977 im Nordpazifik 99.000 Tonnen Öl auslaufen. Am 20.März 1970 verlor der Tanker „Othello“ nach einer Kollision vor Schweden 60.000 bis 100.000 Tonnen Öl.
Insgesamt schätzungweise 570.000 Tonnen Rohöl liefen im Golfkrieg aus Ölverladestationen in Kuwait oder zerstörten Tankern aus und führten damit zur bisher größten Ölpest der Geschichte. AP
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