: Streit im Treibhaus
■ Klima-Enquete-Kommission bewertet Orkane gegensätzlich
Berlin (taz/ap/dpa) - Die Diskussion über einen Zusammenhang zwischen den Orkanen der letzten Wochen und den globalen Klimaveränderungen geht weiter. Als „eindeutige Folge“ des Treibhauseffekts wertete der CDU-Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende der Enquete-Kommission „Zum Schutz der Erdatmosphäre“, Bernd Schmidbauer, die Wetterkatastrophen dieses Winters. Gegenüber „Report Baden-Baden“ behauptete er, seine Auffassung werde von allen Politikern und Wissenschaftlern der Enquete-Kommission geteilt.
Dem widersprach der Bonner Physiker Klaus Heinloth, ebenfalls Mitglied der Klima-Kommission des Bundestages. Wissenschaftlich sei es unmöglich, die Stürme auf die Erwärmung der Atmosphäre zurückzuführen. „Wir wissen nicht, ob die Orkane hausgemacht oder natürlichen Ursprungs sind“, sagte der Klimaforscher, forderte aber gleichzeitig dazu auf, die Stürme als „Vorboten wilder Dinge“ beim Wetter zu betrachten. Notwendig sei jetzt eine „gewaltige Umstellung der Energiewirtschaft“.
Schmidbauer verwies auf amerikanische Satellitenmessungen. Danach habe sich die Oberfläche der Weltmeere in den vergangenen Jahren doppelt so schnell erhöht wie erwartet. Außerdem bezog sich der CDU-Abgeordnete auf eine bisher unveröffentlichte Studie für die Enquete-Kommission. Darin werde eine auf physikalischen Gesetzen beruhende Zunahme der Wetteranomalien beschrieben. Dies bedeute eine 50prozentige Erhöhung der Energie der Orkane mit Windgeschwindigkeiten von 250 km/h und darüber.
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