Stierkampf in Katalonien

Gericht kippt Verbot

Spaniens Verfassungsgericht hat das seit Jahren geltende Stierkampfverbot in Katalonien wieder aufgehoben. Denn der Kampf gehöre zum kulturellen Erbe.

Eine Stierkämpfer bereitet sich auf den Stierkampf vor

Katalonien hatte im Juli 2010 aufgrund einer Petition von 180.000 Tierschützern ein Verbot der Stierkämpfe beschlossen Foto: dpa

MADRID dpa | Harter Schlag für Tierschützer: Das spanische Verfassungsgericht hat das seit sechs Jahren geltende Stierkampfverbot in der Region Katalonien gekippt. Das katalanische Regionalparlament habe mit dem im Juli 2010 verhängten Verbot seine Kompetenzen überschritten, heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten Urteil des Tribunal Constitucional.

Die Richter waren in der Sache von der konservativen Volkspartei (PP) des geschäftsführenden Ministerpräsidenten Mariano Rajoy angerufen worden. Mit 8:3 Stimmen beschlossen sie eine Annullierung des Verbots. Da der Stierkampf 2013 zum Kulturgut erklärt worden sei, könne über nur der spanische Staat über ein Verbot entscheiden, berichteten Medien unter Berufung auf Justizkreise. Der offizielle Urteilstext solle in den nächsten Tagen bekannt werden, hieß es.

Die Volkspartei hatte angeführt, die Entscheidung Kataloniens sei verfassungswidrig, weil sie mehrere spanische und europäische Gesetze verletze, die den Stierkampf schützten. Auch das Verbot einer unternehmerischen Tätigkeit verletzte mehrere Gesetze.

Neben Katalonien hatten in Spanien auch die Kanarischen Inseln den Stierkampf verboten. Die in Palma de Mallorca seit Mitte 2015 amtierende linke Regierung der Balearen erwägt ebenfalls ein Verbot der sogenannten Corridas.

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