Stereotype und humanitäre Hilfe: Schwarz und Weiß
Eine norwegische Organisation vergibt einen Preis für Kampagnen, die rassistische Vorurteile schüren. In einem Video spielt sie mit Klischees über Afrika.
Bild: YouTube/ SAIH Norway
Wenn westliche Staaten Menschen in Entwicklungsländern helfen wollen, ist das auf den ersten Blick gut. Wenn westliche Staaten Menschen in Entwicklungsländern helfen wollen, hat das dennoch oft einen negativen Beigeschmack. Das Satire-Video der norwegischen Studentenorganisation SAIH rechnet mit den gängigen Klischees vom „weißen Helden und den exotischen Anderen“ ab.
In dem Video bewerfen weiße Volunteers schwarze Menschen in Afrika mit Lebensmitteln und schießen Selfies mit ihnen. Es folgt eine virtuelle Castingshow: Showmaster, Publikum und Telefonjoker sind afrikanischer Abstammung. Die weiße Kandidatin weiß nicht, dass Afrika kein Land ist. Das Video übertreibt mit Absicht, um seinen Punkt zu machen.
SAIH ruft damit dieses Jahr zum zweiten Mal den Rusty Radiator Award aus. Der zeichnet Werbekampagnen für Hilfsprojekte aus, die besonders vorurteilsbehaftetet zu Spenden aufrufen. Eine weiße Frau füttert ein schwarzes Kind, afrikanische Dorfbewohner bekommen einen Brunnen: das sind Beispiele für Bilder aus Spendenkampagnen, die den Schein der schwarz-weißen, arm-reichen Welt aufrecht erhalten.
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