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Foto: Astrid Karger
Bei Iris ter Schiphorst kommt einiges zusammen. Avantgardistisches verbindet die Berliner Komponistin mit popkulturellen Elementen und bricht so nonchalant Grenzen zeitgenössischer Musik auf. Gesellschaftspolitik, Literatur und Philosophie fließen in ihr Werk ebenso ein wie eine bewegte musikalische Sozialisation. Dieses Jahr feierte sie ihren 70. Geburtstag, was schon beim Heroines of Sound Festival mit einem vergnügten Abend gewürdigt wurde. Nun gibt es eine noch vielseitigere Geburtstagssause: „Eden Cinema“, präsentiert vom Zafraan Ensemble.
Den Auftakt macht am Sonntagnachmittag (18. Oktober) das Konzert „Ballade für einen Bulldozer“, gefolgt von einem Talk mit Schiphorst und Wegbegleitern, bei der es um die „Vermittlung des Unhörbaren“ geht. Es folgt mehr Musik, unter anderem mit Dirk von Lowtzow von Tocotronic, zudem ein Film und ein Rückblick auf die Aufbruchsstimmung der 1990er Jahre. (18. 10., ab 15 Uhr, Alte Münze)
Am Dienstag (20. Oktober) lädt das in Berlin ansässige Label Psychic Liberation zum Konzert. Das Spektrum von Musik, mit dem Labelchef Nick Klein die „psychische Befreiung“ herbeiführen will, ist breit: von Noise über Ambient bis zu Clubmusik und Dark Pop. Das Negativ-Schöne der abgründigen Gefühle unserer Zeit soll zu Klang werden. Konkret verbindet heute die Klangkünstlerin Andrea Pensado ihre intensive Stimme mit rauer Elektronik und bela, südkoreanische:r Musiker:in und Performance-Künstler:in, arbeitet mit gutturalen Sounds. Sattar Stas Shärifulla alias HMOT betreibt seine Klangforschung bevorzugt mit einer speziellen Flöte. (20. 10., 20 Uhr, Silent Green)
Apropos Gefühlslagen der Gegenwart: Urbane Melancholie gehört definitiv auch dazu, fühlt sich aber in einer zunehmend digitalisierten Welt fast schon kuschelig retro an. Das Duo Space Afrika, in Manchester gegründet (wenngleich einer der beiden mittlerweile in Berlin lebt), versteht sich darauf, sie einzufangen und zu einem atmosphärischen Amalgam aus Soul, Trip-Hop, Dub, Ambient und zeitgenössischer Komposition zu Kopfkino-Klangcollagen zu machen – bestens für Zugreisen geeignet, aber auch für den Theatersessel. Gerade erschien ihr Album „Quiet Storm“, das sie mit der Sopranistin Nardus Williams auf die Bühne bringen. (22. 10., 20.30 Uhr, Volksbühne)
Foto: Timon Benson/Alexander Luc
Und noch ein Ausblick auf die nächste Woche. Samstag (24. Oktober) findet ein Doppelkonzert in der erquickenden Reihe Jazzexzess statt – bedauerlicherweise jedoch zum letzten Mal an ihrer Homebase, dem House of Music, dessen Kerngeschäft ja die Vermietung von Proberäumen ist. Dabei geht es punkig beziehungsweise politisch zu. Luise Volkmanns Punk-Jazz-Projekt bringt mit selbst gebauten Instrumenten DIY-Spirit in den Jazz. Und beim All-Star-Trio Vehicle/Passenger sorgt eine Mischung aus Jazz, Spoken Word und Live-Elektronik für einen hip-hoppigen Vibe. (24.10., 20 Uhr, House of Music)
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