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■ StandbildAlles ist erlaubt: "Let's talk Sex, premiere"

Let's talk Sex, premiere, Do., 0.05 Uhr – Beim lesbischen Sex der 90er Jahre ist alles erlaubt, was Spaß macht; Lust am Experimentieren ist angesagt. Das war die message einer exquisit besetzten Talkrunde des Privatsenders premiere. Eingeladen waren die Filmemacherin Monika Treut, Claudia Gehrke, die Herausgeberin des Erotik-Jahrbuches „Mein heimliches Auge“, sowie Mahide Lein, die in Berlin eine Lesben-Erotik- Bar mit Darkroom betrieben hat und Laura Meritt, Mitbegründerin des Berliner Lesben-Callgirl- Rings „Club Rosa“. Was auch immer sich die TV-Macher davon versprochen hatten, dem Publikum das Thema lesbischen Sex zu servieren, die vier nutzten die Gelegenheit, um munter die Klischees zu demontieren, die die Pornobranche verbreitet. Der eingangs gezeigte Videoclip, in dem langhaarige Blondinen in schwarzer Reizwäsche Barbiepuppensex betrieben, regte „eher zum Lachen an“ (Meritt). Authentische Bilder lesbischer Erotik waren dagegen in einem Ausschnitt aus Monika Treuts Film „Verführung – die grausame Frau“ zu sehen. Lesben schaffen sich ihre eigenen erotischen Bilder. Innovativ sind sie auch auf anderen Gebieten. Laura Meritt präsentierte ihre aus den USA importierte Dildo-Kollektion: Statt fleischfarbenen Schwanzimitaten hat sie eine Frauenstatue, einen Maiskolben und einen Walfisch im Sortiment, alles aus schwarzem oder lila Silikon und noch dazu „spülmaschinenfest“. Lust, neues auszuprobieren, haben auch die Kundinnen des Lesben-Callgirl-Rings. „Anfangs waren es vor allem Frauen über 35, jetzt geht es querbeet, von der Studentin bis zur Hausfrau, die nach 40 Ehejahren mal was anderes erleben will“, sagt Laura Meritt nach einem Jahr Erfahrung. Allzu groß ist der Andrang nicht, denn „es gibt für Frauen keine Tradition, in den Puff zu gehen. Frauen sind es nicht gewöhnt, Geld für die eigene Lust auszugeben, sich einen Körper zu kaufen.“ Ab 250 Mark kostet die Stunde, denn „Frauen sind anspruchsvoller, die Atmosphäre muß stimmen, das geht nicht zackzack,“ sagt Laura Meritt. Bis Frauen auch mal „ne schnellere Nummer schieben“, dauere es wohl noch eine Weile.Dorothee Winden

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