: Städelschule will Nitsch auch nach Absage des Ministeriums
Wiesbaden (dpa) - Die Entscheidung des hessischen Wissenschaftsministeriums, dem umstrittenen österreichischen Künstler Hermann Nitsch eine Professur an der Frankfurter Städelschule zu verwehren, ist von der Kunsthochschule mit Verwunderung zur Kenntnis genommen worden.
Rektor Kasper König sagte gestern, er habe mit dieser Entscheidung nicht gerechnet, die Hochschule müsse darüber noch beraten. Geklärt werden müsse auch, ob das Ministerium den Lehrstuhl zurückziehen könne, wenn Nitsch weiter unter Vertrag stehe.
Die Hochschule hatte Nitsch für eine neu eingerichtete interdisziplinäre Professorenstelle vorgeschlagen. Der hessische Wissenschaftsminister Wolfgang Gerhardt (FDP) hatte seine Haltung damit begründet, Nitsch entspreche nicht den Anforderungen an die Professur, da sein bisheriges Wirken „im wesentlichen auf die Idee und Realisierung des sogenannten Orgien-Mysterien-Theaters verengt“ sei. Das Frankfurter Städel wurde um einen neuen Kandidaten für die Professur gebeten.
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