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Stadt bezahlt Sterilisation

Volle Kostenübernahme für arme Osnabrücker*innen

Es stand nicht zum ersten Mal auf der Tagesordnung des Osnabrücker Stadtrats: „Übernahme von Kosten zur Empfängnisverhütung“. Der Beschluss ist ein Déjà-vu einer Kette fast gleichlautender Beschlüsse, deren Anfang bis 2013 zurückreicht: Ökonomisch schwache Osnabrücker, Berechtigte des „Osnabrück-Passes“, erhalten eine „freiwillige kommunale Zuwendung in Höhe von 100 Prozent der Kosten für ärztlich verordnete Verhütungsmittel, wenn kein gesetzlicher Leistungsanspruch besteht“. Klingt unspektakulär, bedeutet aber eine Neuerung: Jetzt ist auch Sterilisation möglich. Nicht nur, wie bisher, Verhütung mechanischer und hormoneller Art.

Silke Brickwedde, Sprecherin der Stadt: „Theoretisch“ könne der Beschluss „sofort umgesetzt werden“. Und praktisch? Man müsse „die entsprechenden Stellen“ noch informieren, so Brickwedde, außerdem würden „in der Verwaltung noch einige Details abgestimmt“. Aber dann kann es losgehen. Und zwar, im Prinzip, für alle ab 18. Brickwedde: „Da erfolgt aber jeweils eine Einzelfallberatung.“

Osnabrück ist nicht die einzige Kommune, die das möglich macht. „Aber“, sagt Brickwedde, ein bisschen stolz, „wir sind damit schon ziemlich weit vorne“. Auch der Landkreis Osnabrück macht mit.

Bisher halten sich die Kosten dieser Freiwilligkeit in Grenzen, 2019 waren es knapp 11.000 Euro. Und bisher ist, so Karin Heinrich, Fachbereichsleiterin Inte­gration, Soziales und Bürgerengagement, ihre Übernahme „nicht begrenzt“. Aber Sterilisationen sind teuer. Bis zu 700 Euro, so Heinrich. Vorsorglich hat die Verwaltung das Budget auf 15.000 Euro angehoben. Harff-Peter Schönherr

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