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Spuren im Schneestaub

Ungebildete Halunken ohne Grundkenntnisse

Es ist wieder so weit! Der Winter ist da, und es schneit. Und an der Hochschule des Verbrechens haben die Kleinkriminellen noch immer nichts gelernt. „Schuhspuren im Schnee führen Polizei zu Kioskdieben“, meldete die Polente des Kreises Lippe am Dienstag aus dem nordrhein-westfälischen Detmold. Demnach wurde „der frische Schnee“ zwei jungen Dieben zum Verhängnis, „da er genau verriet, wohin sie geflüchtet waren und welche Schuhe sie dabei trugen“. Zuvor hatten die beiden Nachwuchshalunken mit einem Gullydeckel die Tür des Kiosks eingeworfen und Tabakwaren gestohlen. Dann „machten sie sich aus dem Staub“, berichteten die Beamten mit einem falschen, weil sommerlichen Sprachbild. Denn es war ganz sicher nicht Schneestaub, der zur Ergreifung der Täter führte. Seit Jahren aber beklagen wir die geistig-moralische Verfassung der kriminellen Jugend, die zu dumm ist ihren Sherlock Holmes oder andere wichtige Lehrbücher der Hochschule des Verbrechens zu studieren, um endlich zu begreifen, dass bei einer Flucht im Winter Spuren im Schnee entstehen können. Dann müssen die faulen Jungschurken eben in ihren Zellen über den Hauptwerken der Kriminalliteratur nachsitzen, damit sie irgendwann wenigstens „Fräulein Smillas Gespür für Schnee“ entwickeln.