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Spionagecrew kommt frei

Chinas Führung akzepiert Brief der US-Regierung, die den Zusammenstoß desUS-Spionageflugzeugs mit dem chinesischen Jet und den Tod des Piloten bedauert

PEKING/WASHINGTON rtr/afp/ap ■ China hat die Freilassung der seit ihrer Notlandung am 1. April festgehaltenen Besatzung des US-Spionageflugzeugs angekündigt. Die 21 Männer und 3 Frauen könnten China nach den notwendigen Formalitäten verlassen, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua gestern unter Berufung auf Außenminister Tang Jiaxuan. Die Freilassung sei aus humanitären Gründen beschlossen worden, nachdem die US-Regierung ihr großes Bedauern ausgedrückt habe.

Zuvor hatte die US-Regierung einen Brief an die chinesische Führung gesandt, in dem die USA den Zusammenstoß ihres Aufklärungsflugzeuges EP-3 mit einem chinesischen Kampfjet bedauern. Die von Peking ursprünglich geforderte ausdrückliche Entschuldigung ist darin allerdings nicht enthalten. Das kommunistische Parteiorgan Volkszeitung wertete den Brief dennoch als Entschuldigung und als Sieg Chinas gegen die „Arroganz der Hegemonie“.

Die US-Regierung bestätigte die Einigung. US-Botschafter Joseph Prueher habe die mündliche Zusicherung erhalten, die Crew dürfe China in Kürze verlassen, sagte in Washington der Sprecher des Weißen Hauses. Aus Regierungskreisen verlautete, man erwarte die Freilassung noch am (gestrigen) Abend.

Chinas Regierung hatte zuvor die Bevölkerung auf eine Lösung des Konflikts vorbereitet und über eine Äußerung des Bedauerns von US-Außenminister Colin Powell berichtet. Ein General erklärte zudem, dass der seit der Kollision vermisste chinesische Pilot vermutlich tot sei. Am 18. April wollen Vertreter beider Seiten über die Rückgabe des Flugzeugs verhandeln und den Vorfall gemeinsam analysieren.

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