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Spanier in die Prignitz gelockt

Arbeitsmarkt Brandenburger Unternehmen werben gezielt um Azubis aus dem Süden Europas

Gegen Heimweh hilft am besten ein leckeres Essen wie zu Hause. Der aus Spanien stammende 33-jährige Kochlehrling Dario Saviotti bereitet in seiner kleinen Wohnung im brandenburgischen Wittenberge Tortilla zu. Seine ungarische Kollegin Szilvia Szegedi tröstet sich mit einem deftigen Pörkölt – einem Gulasch. Auch ein Treffen mit Freunden kann Trübsal wegwischen, wenn die Sehnsucht nach der Heimat zu groß wird.

Beide Kochlehrlinge suchten Ausbildung, Arbeit und eine berufliche Zukunft: Die brandenburgische Prignitz kann sie gut brauchen, während in ihren Heimatländern die Chancen auf einen Job eher schlecht stehen.

Kaum Bewerber

„Gezielt werben wir in Spanien um Azubis. Auch aus Ungarn und Kroatien melden sich Bewerber“, sagt Sina Richardt von der Industrie- und Handelskammer Potsdam, die das Projekt betreut. Der Grund ist simpel: Abseits der Hauptstadtregion finden Unternehmen trotz großer Anstrengungen kaum Bewerber. In Brandenburg waren 2014 von den etwa 26 200 Lehrlingen knapp 500 Ausländer. Neu kommen in diesem Jahr etwa 260 hinzu. Lars Meiswinkel, Inhaber der Wittenberger Cateringfirma Lucullus, freut sich über seine „bunte Truppe“. „Sie sind fachlich gut. Wir brauchen händeringend Nachwuchs“, sagt er. Die Gastronomie sei vermutlich zu unattraktiv für junge Leute aus der Region.

Durch das Brandenburger IHK-Projekt kamen vor gut einem Jahr knapp 30 Spanier nach Brandenburg. Zu ihrem Lehrlingsgeld wird noch ein Taschengeld von etwa 250 Euro beigesteuert. Die Firmen helfen meist bei der Wohnungssuche und Ausstattung.

Gut die Hälfte bleibt

Gut die Hälfte der Spanier blieb. Manche hatten zu großes Heimweh, andere stellten sich den Beruf anders vor. „Koch war nichts für mich“, sagt beispielsweise der aus Barcelona stammende 27 Jahre alte Xavier Alegre. Er hat nun das erste Lehrjahr als Fachkraft für Schutz und Sicherheit beendet. Zwei Jahre liegen noch vor ihm. (dpa)

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