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Solaranlagen für Afrika

Ein togoischer Ingenieur und ein deutscher Journalist bringen Strom insechs togoische Krankenhäuser – mit einer nahe liegenden Idee: Solarenergie

BERLIN taz ■ Thomas Nagel und Foli Koué Kankoué-Aho packen heute ihre Siebensachen ein und fahren nach Togo. Ihre Sachen, das sind Bauteile für Solarkollekten. Sie werden auf Schiffe verladen und erreichen in spätestens fünf Wochen das westafrikanische Land. „Wir werden sie per Lkw an sieben Krankenstationen verteilen“, sagt Nagel, „vor Ort werden dann Togoer von Togoern zu Betreuern und Managern der Anlage ausgebildet.“ Der Journalist ist zuversichtlich: „Spätestens im Januar 2003 sind die Solaranlagen in Betrieb.“

Die Idee, in Afrika Sonnenenergie zu nutzen, bewegt Kankoué-Aho seit Mitte der Neunzigerjahre. Er gründete dafür das Unternehmen Catat (Comptoir Africain pour le Transfert et l’Adaption de Technologie) und will vor allem Krankenstationen mit Solaranlagen versorgen.

Togos 164 Krankenstationen brauchen dringend Hilfe: Sie sind meist kleine Zweizimmerbaracken mit einer Art Ambulanz und einem Geburtsraum. Wasser wird über Holzfeuern gekocht, Medikamente und Impfstoffe in Petroleumkühlschränken gekühlt, die jedoch oft ausfallen. Licht spenden Petroleumlampen, die viel CO2 ausstoßen.

Im letzten Jahr lernten sich Kankoué-Aho und Nagel kennen und beschlossen, Unternehmer und andere Förderer für ihr Projekt zu gewinnen. Nagel gründet Karacho, ein Büro für Kultur- und Sozialsponsoring. Im April dieses Jahres gewannen sie mit Hilfe der Erlanger Bundestagsabgeordneten Heide Mattischek (SPD) die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit für ihr Projekt.

In den vergangenen Wochen fuhren Nagel und Kankoué-Aho mit einem Lkw quer durch ganz Deutschland und holten die gespendeten Materialien von sechs Unternehmen aus der Solarbranche persönlich ab – im Wert von rund 32.000 Euro. Zusätzlich erhielten sie 17.000 Euro von der Urbis Foundation. Von dem Geld wird die Fahrt nach Togo und die Ausbildung der einheimischen Mitarbeiter vor Ort, die die Anlagen in Zukunft warten werden, bezahlt. Nagel: „Die sieben Anlagen sind zu 90 Prozent finanziert, auch für die Zukunft. Aber natürlich wollen wir auch die restlichen 158 Krankenstationen des Landes mit Solaranlagen versorgen.“ Er hofft, dass das Modell Schule macht und deutsche Solarfirmen bald noch mehr Geld und Material zur Verfügung stellen werden. SUSANNE KLINGNER

Thomas Nagels Initiative für Kultur- und Sozialsponsoring im Netz: www.karacho-online.de

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