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Silvesterparty in BerlinBleigießen statt Blechen

Die traditionelle Silvesterparty am Brandenburger Tor wird dieses Jahr voraussichtlich nicht stattfinden. Grund dafür sind fehlende Landeszuschüsse.

Aus Berlin

Nina Schieben

Viel zu feiern haben Ber­li­ne­r:in­nen dieses Jahr bislang nicht, jedenfalls nicht vor dem Hintergrund der klammen Landeskassen. Seit Monaten schon spart und kürzt der schwarz-rote Senat zuverlässig – und das nun auch bis zum letzten Kalendertag.

Denn die traditionelle Silvesterparty am Brandenburger Tor wird dieses Jahr voraussichtlich nicht stattfinden. Am Mittwoch hat der bisherige Veranstalter endgültig abgesagt. Der Grund dafür sind fehlende Landeszuschüsse, die in den letzten Jahren die Veranstaltung mit zahlreichen Künst­le­r:in­nen und einem Großfeuerwerk zu einem Großteil mitgetragen haben.

Ist der Senat nun auch noch eine Spaßbremse? Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) sieht das nicht so, sondern lässt stattdessen Vernunft walten. „Es ist nicht die Aufgabe der Steuerzahler, solche Veranstaltungen mitzufinanzieren“, sagte Wegner der dpa. Gleichzeitig ordnet er die Absage in die alles andere als glitzernde Berliner Realität ein, mit dem Zusatz: „Erst recht nicht in einer angespannten Haushaltslage“.

Der Veranstalter mit dem so trivialen wie eindeutigen Namen „Berlin feiert Silvester Gmbh“ hatte bereits Anfang Juli Alarm geschlagen, dass die diesjährige Finanzierung nicht gesichert sei. Wenngleich sich der Senat über die genaue Höhe der finanziellen Unterstützung, die zuletzt vom Land Berlin für die Silvestershow floss, in Schweigen hüllt, steht fest, dass dieser alles andere als knauserig war.

Laut Veranstalter kamen zwischen 500.000 Euro und einer Million Euro zusammen, unter anderem weil landeseigene Gesellschaften Werbeflächen angemietet hatten. Lediglich die Wirtschaftsverwaltung räumte ein, dass diese im Vorjahr 300.000 Euro beigesteuert hat.

Noch keine endgültige Absage

Ist die Hauptstadtparty nun wirklich zu Ende? Enttäuschte Silvesterfans dürfen noch hoffen, wenngleich die Antwort des Regierenden wenig konkret ist: „Wir führen jetzt Gespräche.“ Eine Möglichkeit ist etwa, dass „ein Veranstalter die Party mit dem ZDF macht, aber mit einer anderen Finanzierung oder mit einem anderen Konzept“, deutet der Regierende an. Oder wenn es schon keine Show geben wird, dann könne man zumindest über ein Feuerwerk vor dem Brandenburger Tor nachdenken.

Wirft der Sparkurs des Senats die Ber­li­ne­r:in­nen nun zurück in die frühen 90er Jahre, als die Stadt noch ohne eine offizielle Silvesterparty auskommen musste? Wen es tröstet: Bleigießen und Käse-Fondue geht immer. Und wer das jährliche Bühnenspektakel vermisst, kann zur Fernbedienung greifen und von der Couch aus zusehen, wie Paris auf den Champs-Élysées oder New York auf dem Times Square ins Neue Jahr feiern. Klappt wegen der Zeitumstellung sogar beides hintereinander.

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