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Serie „Étoile“Pirouetten im Hintergrund

Die Amazon-Prime-Serie „Étoile“ handelt vom Ballett – und verpasst es trotzdem Pliés, Jetés und Pirouetten im hohen Ausmaß zu zeigen.

Es ist ein Dilemma: In einer Serie über Ballett ist es unwahrscheinlich, dass die Darsteller_innen sowohl schauspielerisch als auch tänzerisch brillieren.

Offenbar haben sich die Produzent_innen der Serie „Étoile“ daher dafür­ entschieden, weitgehend auf professionelle Tänzer_innen in den Hauptrollen zu verzichten. Tatsächlich geht es vor allem um diejenigen, die ein Ballett auf die Beine stellen, während im Hintergrund Pliés, Jetés und Pirouetten vollführt werden.

Hinter der Serie stecken Amy Sherman-Palladino und ihr Ehemann Daniel Palladino, die mit „Gilmore Girls“ und „The Marvelous Mrs. ­Maisel“ bereits Erfolgsformate mitentwickelt und mehrere Emmys gewonnen haben. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an ­„Étoile“, zumal das ­Setting mit transatlantischer Handlung und Besetzung vielversprechend klingt.

Ein Tausch soll nämlich stattfinden: Das New Yorker und das ­Pariser Ballett wollen ihre Ticketverkäufe ankurbeln und planen deshalb einen einjährigen Tausch von Startänzer_innen und Choreografen.

Überraschend wenig Tanz

Die Leiter_innen der Ensembles, Jack McMillan (Luke Kirby) und Geneviève Lavigne (Charlotte Gainsbourg), organisieren das Ganze und verfallen dabei ihren Neurosen – weil sie von einem bösen Geldgeber abhängig sind, weil der geniale Choreograf unumgänglich ist, weil sie mal eine Affäre miteinander hatten.

„Étoile“ bedient alle Klischees – das kulminiert in Cheyenne Toussaint (Lou de Laâge), einer eigensinnigen Tänzerin. Der hochnäsige Star, der sich wegen seines Ruhms alles erlauben kann, wird durch die übertriebene Darstellung zu einer schwer erträglichen Karikatur.

Es gibt überraschend wenig Tanz in dieser Ballettserie; und wenn, dann tanzen meist Nebencharaktere. Angesichts des Hypes um die Ballettästhetik und der Mittel, die den Produzent_innen zur Verfügung standen, ist das ein Versäumnis.

„Étoile“, acht Folgen, Amazon Prime

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