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Schwarzer Rauch über Moskau

Mit über 200 Drohnen greift die Ukraine eine Ölraffinerie nahe Moskau an. Selenskyj hofft auf Signalwirkung

Ukrainische Drohnen haben am Donnerstag zum zweiten Mal innerhalb einer Woche eine der größten Ölraffinerien Russlands am Stadtrand von Moskau angegriffen. In der Anlage, die bis zu 40 Prozent des Moskauer Kraftstoffbedarfs deckt, brachen an mehreren Stellen Feuer aus. Bei einem weiteren Angriff in der Region Rostow wurde ein Öllager in Brand gesetzt.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat einen Großangriff auf Moskau als Druckmittel für Verhandlungen über ein Kriegsende dargestellt. Der umfassende Drohneneinsatz gegen die russische Hauptstadt sei Teil der Bemühungen, Kremlchef Wladimir Putin an den Verhandlungstisch zu zwingen, erklärte er am Donnerstag. Die Zeit für ein Ende des Krieges sei gekommen. Russland müsse die notwendigen diplomatischen Schritte ergreifen.

„Dies ist eine vollkommen gerechtfertigte Reaktion auf russische Angriffe auf unsere Städte und Gemeinden. Und ein Angriff gegen Einrichtungen, die Russlands Kriegsmaschinerie am Laufen halten“, erklärte Selenskyj auf der Plattform X.

Flugverkehr gestört

Das russische Verkehrsministerium teilte mit, Flüge von vier Moskauer Flughäfen seien ausgesetzt worden. Das russische Verteidigungsministerium sprach von 555 ukrainischen Drohnen, die über verschiedenen Regionen des Landes abgeschossen worden seien. Fast 200 seien allein beim Anflug auf Moskau abgefangen worden.

In der Stadt Schukowsky im Moskauer Umland schlug nach Angaben von Gouverneur Andrej Worobjow eine Drohne in ein Wohnhaus ein, das daraufhin evakuiert wurde. Andernorts seien Drohnentrümmer auf Privathäuser, ein Fitnessstudio, eine nicht näher genannte Industrieanlage sowie ein großes Einkaufszentrum gestürzt, sagte Worobjow. Es habe 16 Verletzte gegeben, darunter zwei Kinder.

Rückenwind für Selenskyj nach G7-Treffen

Frischen Rückenwind dürfte Selenskyj durch den G7-Gipfel verspüren. Am Mittwoch gab er bekannt, dass sein Land dort wichtige Zusagen für weitere Unterstützung im Abwehrkampf gegen Russland erhalten habe. Der Gastgeber, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, sagte, der Gipfel sei für die Ukraine sehr wichtig gewesen. Auch die USA seien in Sachen Ukraine an Bord, das sei sehr wichtig. (ap)

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