: Schutztruppe vor der Landung
■ In Osttimor soll heute die UNO-Truppe eintreffen. Rotes Kreuz: 600.000 Menschen sind auf der Flucht
Darwin/Dili/Jakarta/Berlin (AFP/dpa/taz) – Das erste Kontingent der multinationalen Schutztruppe für Osttimor (Interfet) soll heute auf der von Indonesien annektierten Insel eintreffen. Der australische Interfet-Oberbefehlshaber Peter Cosgrove hat gestern bei einem Besuch in Dili Einzelheiten des Einsatzes der bis zu 8.000 Mann starken Truppe mit indonesischen Militärs erörtert. Bis zu 2.500 Soldaten sollen im Laufe des Tages auf dem Flughafen der Hauptstadt Dili landen, sagte der indonesische Kommandeur für Osttimor, Kiki Syahnakri. Vorgesehen seien zunächst 37 Flüge mit sechs Herkules-Transportflugzeugen. Schon am Samstag waren neun Kriegsschiffe von Darwin aus nach Osttimor aufgebrochen. Sie werden heute an der Ostküste erwartet.
Während Interfet-Chef Cosgrove die proindonesischen Milizen aufforderte, die Waffen niederzulegen, wiederholte Milizenführer Eurico Guterres seine Drohungen gegen die Interventionstruppe. Die proindonesischen Milizen wüteten in Osttimors Hauptstadt Dili auch am Wochenende, wo sie wieder Menschen ermordeten und Häuser anzündeten. Etliche Milizionäre haben sich aber bereits nach Westtimor abgesetzt.
Mindestens 600.000 Menschen seien durch die Gewalt der letzten Wochen vertrieben worden, berichtete gestern das Internationale Rote Kreuz in Jakarta. Das sind fast drei Viertel der Bevölkerung. Am Wochenende konnten nur zehn Tonnen Nahrungsmittel über Osttimor abgeworfen werden. Während der Großteil der Osttimoresen in die Berge geflohen und dort vom Hungertod bedroht ist, wurden 200.000 Menschen ins indonesische Westtimor verschleppt und sind dort dem Terror der Milizen ausgesetzt. UN-Flüchtlingskommissarin Sadako Ogata besuchte gestern in Atambua an der Grenze zu Osttimor 6.000 Flüchtlinge. han
Bericht Seite 9, Portrait Seite 11
50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen