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news.sky.com/story...ist-warns-12120428
Ach so, auch wenn es schwer zu begreifen ist, auch Lehrer*innen haben den Schutz ihrer Gesundheit verdient.
@Gast Danke. Die LehrerInnengesundheit interessiert in den Medien und auch insgesamt nicht.
In Schulen dürfen gerne alle sonst geltenden Regeln über Bord geworfen werden.
Die Forderung danach, Gruppen zu halbieren ist alles, aber sicherlich keine Klientelpolitik.
Ich sage Ihnen gerne, beispielhaft, wie mein Tag am Mittwoch aussieht:
Mittwoch 8 - 9.30 Klassenstärke von 25 Schülern zwischen 16 und 22 Jahren
einziger Schutz für mich - meine Maske und alle 20 Minuten wird gelüftet
Mittwoch 9.50 Uhr - 11.20 Uhr Klassenstärke von 23 Schülern zwischen 18 und 20 Jahren, einziger Schutz für mich - meine Maske und alle 20 Minuten wird gelüftet
Mittwoch 11.45-13.15 Klassenstärke von 26 Schülern zwischen 16 und 22 Jahren
einziger Schutz für mich - meine Maske und alle 20 Minuten wird gelüftet, 13.30 bis 15 Uhr Klassenstärke von 19 Schülern im Alter zwischen 20 und 42 Jahren, einziger Schutz für mich - meine Maske und alle 20 Minuten wird gelüftet
Wie Sie ausrechnen können - ich habe drei solcher Tage, der Rest sind Randstunden - habe ich an einem Tag Kontakt mit erwachsenen Menschen aus 93 Haushalten, in Räumlichkeiten, die ich nur belüften kann. Es gibt keine CO2-Ampeln, es gibt sonst gar nichts.
Finde ich das geil? Geht so, ich bin ehrlich. Steigt der Wert, haben auch alle Maskenpflicht, im Moment hier noch nicht, aber es ist nur eine Frage der Zeit.
Die Forderung nach Halbgruppen ist keine Klientelpolitik und es ist eine Frechheit, und schreibt sich leicht aus dem Homeoffice (Seien Sie ehrlich, wie viele Kontakte zählen Sie so pro Tag?). Übrigens gelten für Lehrer kranke Angehörige nicht als Homeoffice-Grund...
Was bringen Halbgruppen? Bessere Förderung der Einzelnen, Abstände können eingehalten werden, die Konzentration ist besser, das Risiko kleiner. Und stellen Sie sich vor: Ich wäre sogar bereit, doppelt zu unterrichten. Neuer Stundenplan, Halbgruppen, Schichtsystem. Meine sind so groß, die schaffen digitale Aufgaben. Übrigens: Schüler kriegen Endgeräte gestellt...
Ein "Weiter so" und "Es wird keine Schulschließungen geben", ist doch die eigentliche Klientelpolitik.
Nordrhein-Westfalens Grüne machen eine „Angstkampagne“ von Springer-Presse, CDU und FDP für ihre Umfragewerte verantwortlich.
Schulen und Kitas während Corona: Nicht zu ersetzen
Schulen und Kitas müssen offenbleiben. Präsenzunterricht ist wichtig, um die Chancenungleichheit in der Bildung nicht weiter wachsen zu lassen.
Lüftungspause an der Max-Planck-Schule in Kiel Foto: Greor Fischer/dpa
Warum müssen Museen und Theater schließen, während Schulen und Kitas weiter geöffnet bleiben? Bei den einen wird penibel auf Abstand und Hygiene geachtet, bei Letzteren drängen sich über 20 Kinder auf 30 schlecht gelüfteten Quadratmetern. Die Frage ist also berechtigt. Und dennoch ist die Antwort klar: Schulen und Kitas müssen geöffnet bleiben. Sie zu schließen sollte das letzte Mittel im Kampf gegen die unkontrollierte Ausbreitung der Pandemie sein.
Das ist epidemiologisch gesehen nicht schlüssig: Ein Lockdown der Schulen könnte dabei helfen, Kontakte zu kappen und Infektionsketten zu unterbrechen. Auch wirtschaftliche Erwägungen sollten nicht die entscheidenden sein, obwohl die Aussicht auf geschlossene Bildungseinrichtungen bei erwerbstätigen Eltern und den Arbeitgeber:innen sofort zu Schnappatmung führen dürfte.
Nein, Schulen und Kitas müssen wegen der Kinder offenbleiben. Kinder haben ein Recht auf Bildung. Geschlossene Bildungseinrichtungen beschneiden dieses Recht. Selbst dort, wo beim ersten Lockdown digitales Lernen halbwegs funktionierte, bezahlten die Kinder einen Preis: Die Lehrer:innen konzentrierten sich während der ersten Coronawelle auf die Kernfächer, andere Fächer wurden gar nicht oder nur kursorisch unterrichtet.
Die Chancenungleichheit ist gewachsen: Wer zu Hause kein Laptop und kein eigenes Zimmer hat und dessen Eltern nicht als Hilfslehrer einsprangen, ist aus den Osterferien mit Lernlücken zurückgekehrt. Auch das soziale Lernen, Austausch und Begegnung kamen während des Lockdowns zum Erliegen.
Die Forderung diverser Lehrerverbände, jetzt die Klassen zu teilen und auf Schichtunterricht umzustellen, ist vor allem Klientelpolitik. Aber wenn man nicht das Personal verdoppelt, was unrealistisch ist, bedeutet das für Schüler:innen einen halbierten Präsenzunterricht. Und damit eben nur ein geteiltes Recht auf Bildung. Präsenzunterricht, das zeigte der erste Lockdown, ist nicht zu ersetzen. Deshalb muss die Politik alles dafür tun, um die Schulen offen halten zu können. Die Frage ist dabei, ob sie dies wirklich tut.
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Schwerpunkt Coronavirus
Kommentar von
Anna Lehmann
Leiterin Parlamentsbüro
Schwerpunkte SPD und Kanzleramt sowie Innenpolitik und Bildung. Leitete bis Februar 2022 gemeinschaftlich das Inlandsressort der taz und kümmerte sich um die Linkspartei. "Zur Elite bitte hier entlang: Kaderschmieden und Eliteschulen von heute" erschien 2016.
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