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Schule mit Stempel

30 Ganztagsschulen will Bayern einrichten – an sozialen Brennpunkten. Den Kommunen ist das viel zu wenig

MÜNCHEN taz/ap ■ Zwar will sich der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) dem Trend zur staatlichen Kinderbetreuung nicht entziehen – doch angesichts seiner konservativen Bevölkerung geht der Freistaat reichlich zögerlich dabei vor. Nicht nur der Opposition, sondern auch den Kommunen reichen Stoibers Pläne nicht aus.

Von den 5.000 öffentlichen Schulen sollen lediglich 30 zu Ganztagsschulen ausgebaut werden – an ausgewählten sozialen Brennpunkten. Ansonsten setzt Bayern auf den Ausbau von Horten und Hausaufgabenbetreuung. Der bayerische Städtetagspräsident Josef Deimer (CSU) warf am Montag der CSU-Kultusministerin Monika Hohlmeier vor, sich der bildungspolitischen Verantwortung zu entziehen. Ganztagsschulen, forderte er, müssten dort entstehen, „wo Eltern es wünschen“. Würden sie nur an sozialen Brennpunkten eingerichtet, dann „bekommt dieser Schultyp doch automatisch den Stempel aufgedrückt: dort gehen nur Kinder aus sozial schwachen Familien, Ausländer und schwer Erziehbare hin“.

Hinter dem Streit steht auch der ums Geld: Ganztagsschulen müssen von der Landesregierung getragen werden werden, Horte und Betreuung dagegen von den Kommunen. OES

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