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Schulden gegen Umwelt

■ Bolivien geht ungewöhnlichen Weg in der Schuldenkrise

Berlin (taz) - Ein Umschuldungsabkommen ganz anderer Art hat Bolivien jetzt vereinbart - nicht mit den Gläubigerbanken und auch nicht mit dem IWF. Die Umweltschutzorganisation Conservation International hat dem hochverschuldeten Land zugesichert, Schuldentitel im Nennwert von 650.000 Dollar zu kaufen und der bolivianischen Regierung zu übergeben. Dafür erklärte sich die Regierung bereit, ein Waldgebiet im Umfang von etwa 15.000 Quadratkilometern (ein Gebiet etwa in der Größe Schleswig Holsteins) unberührt zu lassen. Die Umweltschutzorganisation kann die Schuldentitel mit einem Abschlag von 85 Prozent erwerben und muß deshalb nur 100.000 Dollar dafür bezahlen. Mit vier anderen lateinamerikanischen Ländern werden Verhandlungen über ähnliche „Schuldentausch“–Geschäfte geführt. Der Präsident von Conservation International begründete die Aktion damit, daß sich die verschuldeten Länder der Dritten Welt immer mehr gezwungen sähen, ihre Naturressourcen auszubeuten, um die Auslandsschulden bedienen zu können. GS

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