: Schön – auf den zweiten Blick!
Giraffenklavier und Kino-Orgel – das Musikinstrumentenmuseum glänzt durch Details
Zugegeben, jetzt im Sommer zieht es einen nicht gerade in die Museen. Wenn, dann dürfen sie nicht zu viel Zeit beanspruchen und der Verzehr von Eis und Getränken sollte erlaubt sein. All das kann das Musikinstrumentenmuseum in der Tiergartenstraße am Potsdamer Platz nicht bieten. Im Gegenteil, das Museum erstreckt sich über drei Etagen, an jeder Ecke lauern strenge Wachmänner, die was gegen Schleckereien einzuwenden haben, und an vielen Exponaten steht: „Nicht berühren!“ Trotzdem ist das Museum sehenswert. Neben den vielen lieblos aneinander gereihten Querflöten, Konzertgitarren und Violinen findet man traumhaft exotische Musikinstrumente. Unweit des Eingangs kann man eine strahlend weiße Kino-Orgel aus den 20er-Jahren bewundern. Die „Mighty Wurlitzer“ ist die größte erhaltene Kino-Orgel Europas. Gleich daneben etwas für Liebhaber: eine Hammondorgel. Ein paar Schritte weiter findet man ein Klavier, das mit ein wenig Fantasie wie eine Giraffe aussieht, das Giraffenklavier. Schade nur, dass all diese Instrumente nicht bespielt werden. Manchmal hat man jedoch Glück und es übt jemand inmitten der Besucher. Interessante Detailansichten bieten nicht nur die Instrumente. Einige Architekturelemente stechen ins Auge. Besonders zu erwähnen sind dabei die bunten Fenster der Fassaden und die bauhausähnlichen Lamellen an der Decke. Der visuelle Höhepunkt dieser Ausstellung ist das Orthothonophonium. Der Anblick der Tasten fesselt den Besucher. Selten solch ein Instrument gesehen! CHB
Gemeinsam für freie Presse
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen