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Schneechaos in Meck-PommStraßen frei, Bahnschienen gesperrt

Während Straßen in Mecklenburg-Vorpommern wieder befahren werden, sind Bahnstrecken zum Teil immer noch gesperrt. Der Fahrgastverband bemängelt fehlende Vorsorge bei der Deutschen Bahn.

BERLIN taz | Zwei Tage nach dem Durchzug von Schneesturmtief "Keziban" sind am Montag in Mecklenburg-Vorpommern noch mehrere Bahnlinien gesperrt gewesen - während die meisten Straßen längst freigeräumt waren. "Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen sind befahrbar", hieß es Montagmittag bei der Landespolizei in Schwerin.

Probleme könne es noch auf kleineren Kreis- und Nebenstraßen geben. In der Nacht zum Samstag hatte das Tief "Keziban", wie vom Deutschen Wetterdienst zuvor angekündigt, dem Nordosten Deutschlands heftige Schneefälle und zum Teil meterhohe Schneeverwehungen gebracht.

Darunter litt der Bahnverkehr noch am Montagnachmittag. So fuhren auf der Regionalbahnlinie Stralsund-Berlin zwischen Demmin und Neubrandenburg nur Busse, aber keine Züge. Zwischen Pasewalk und Stettin war der Zugverkehr ebenso unterbrochen wie auf der Rostocker S-Bahn-Linie zwischen Hauptbahnhof und Seehafen. "Wir sind mit Schneepflügen und Schneefräsen im Einsatz", so ein Bahnsprecher.

Die Situation habe sich im Vergleich zum Samstag, als 16 Strecken nicht befahrbar waren, deutlich verbessert. Zudem laufe der Fernverkehr wieder. Den Bahnkunden riet er, sich vor Fahrtantritt zu informieren. Für Dienstag werden wieder kräftige Schneefälle erwartet.

Heftige Kritik übte der Chef des Fahrgastverbandes Pro Bahn, Karl-Peter Naumann. "Die Bahn hat eine verdammt schlechte Vorsorge betrieben", sagte er der taz. Es gebe bei der Bahn zu wenig Schneeräumgerät, dies sei bei den Straßenmeistereien anders.

Zudem gebe es bei der Bahn organisatorische Mängel. Das Räumgerät werde zentral gelagert; im Ernstfall könne es zu lange dauern, bis es im Einsatzgebiet sei. "Wenn die Straßenwinterdienste ihre Räumfahrzeuge in Schwerin hätten, würden sie auch eine Weile bis Greifswald brauchen."

Ursache dafür seien auch politische Vorgaben. "Bei der Bahn muss, im Unterschied zu den Straßenwinterdiensten, immer alles betriebswirtschaftlich kalkuliert werden." Entsprechend knapp würden Reserven bemessen. Für die Zukunft fordert Naumann: "Die Bahn braucht ausreichendes Räumgerät, das dezentral stationiert werden muss."

Tagelange Winterprobleme gibt es aber nicht nur im Bahn-, sondern auch im Schiffsverkehr. So ist die Ostseeinsel Hiddensee seit Freitag von der Außenwelt abgeschnitten, weil die einzige eisbrechende Fähre kaputt ist. Frische Lebensmittel werden dort bereits knapp. Am Montagmittag stach in Stralsund ein eisbrechender Tonnenleger in See, der ab Dienstag die Fahrrinne zwischen Hiddensee und Rügen für Fähren freihalten soll - wenn er durchkommt.

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