piwik no script img

Schlampt Bonn bei Osteuropa-Hilfe?

Bonn (afp) — Der Chef der nordrhein-westfälischen Staatskanzlei, Wolfgang Clement (SPD), hat der Bundesregierung mangelnde Koordination bei der Osteuropa- und Rußlandhilfe vorgeworfen. Die Hilfe der Bundesländer sei effektiver und erreiche ihre Adressaten, sagte Clement. Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Heinz-Werner Meyer, kritisierte unterdessen die „zaudernde und zugeknöpfte“ Haltung des Westens gegenüber den „sozialen Zeitbomben, die in Ost-Europa ticken“. Hilfssendungen aus humanitären und politischen Gründen seien notwendig und nützlich, sagte Meyer in Düsseldorf. „Aber sie verlängern nur die Zündschnur, sie entschärfen nicht den Zündstoff“.

Clement bezeichnete es als „eigentliche Schwäche der Hilfe aus dem Westen“, daß es keine Koordination gebe. Außerdem müsse Bonn Transportmittel zur Verfügung stellen und sich an Transportkosten beteiligen. Schließlich fehle es innerhalb der Bundesregierung an der Abstimmung. Jedes Ressort „wurschtelt so vor sich hin“, kritisierte der SPD-Politiker.

Die Hilfe der Bundesländer komme „zum ganz überwiegenden Teil“ bei den Adressaten an, weil sie sich auf eine erprobte Zusammenarbeit und auf kommunale Partnerschaften stütze. „Ich glaube, der Schwund wird öffentlich etwas übertrieben“, fügte Clement hinzu.

Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen