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Scheinheilige Händler

Katholen verteidigen Sonntag bis aufs Blut

Der Sonntag ist im Christentum der Tag der Auferstehung Jesu. Alle anderen sollen sonntags gefälligst nicht aufstehen, sondern liegenbleiben oder am besten beten gehen. Jedenfalls wenn es nach dem Bund Katholischer Unternehmer (BKU) geht: „Als christlicher Unternehmerverband lehnen wir eine Aufhebung des Sonntagsschutzes zugunsten des Einzelhandels ab“, warnte der Kapitalistenbund am Mittwoch vor einer weiteren Liberalisierung der Öffnungszeiten. „Als Ruhetag Gottes und des Menschen trägt er den Rang eines schützenswerten Kulturguts“, hieß es im gehobenen Kanzelton, der allerdings die katholische Bigotterie kaum übertönen kann. Denn wer schon einmal einen reichen Wallfahrtsort wie Kevelaer am Niederrhein besucht hat, reibt sich dort verwundert die Augen. Obwohl es Sonntag ist, der sonst von den Papisten bis aufs Blut als heilig verteidigt wird, sind sämtliche Läden für katholische Reliquien oder Devotionalien geöffnet und machen blendende Geschäfte. Wenn aber Arbeitnehmer, die zum Beispiel in der Medienindustrie immer schon sonntags ganz selbstverständlich schuften, an ebendiesem ach so wertvollen Kulturguttag Lebensmittel einkaufen wollen, dann schreien die Katholen jedes Mal auf. Scheinheiliger geht’s nimmer!